Angst vor der Konkurrenz: Wie Twitter Facebook abwehren wollte

Gefahrenabwehr: Das US-Blog Techcrunch, dem von einem Hacker sensible Informationen über Twitter zugespielt worden sind, hat weitere Interna über den Zwitscherdienst veröffentlicht. Besonders interessant sind darin der Umgang mit Twitter-Promis wie P. Diddy und Marissa Mayer sowie die Angst vor und Abwehrstrategien gegen Facebook.

Bei einem internen Treffen am 25. Februar haben Twitter-Offizielle offenbar darüber beraten, wie der Nebenbuhler Facebook eine Gefahr für den Zwitscher-Dienst werden könnte. Die Frage lautete ganz offen “How could Facebook kill us?”. Laut dem Gespräch könnte Facebook das mit einer Echtzeit-Suche, öffentlichen Statusmeldungen, Twitter-Clients die Facebook-Statusupdates unterstützen, eine Twitter-Integration auf Facebook und – natürlich auch – das Abwerben (“Stehlen”) von Mitarbeitern.

“Einen guten Job machen”

Einige davon haben sich bereits bewahrheitet, wie externe Twitter-Client-Software, die auch den Facebook-Status aktualisieren kann. Tweetdeck kann das zum Beispiel. Andere Diskussionspunkte wie öffentliche Statusmeldungen sollen bei Facebook bald kommen. Gerüchte über eine bessere Twitter-Unterstützung auf Facebook kursierten gestern. Damit würde Facebook mit Aligatorszähnen nach Twitter-Usern schnappen.

Twitters Abwehrstrategien dagegen: Zum Kult werden, dafür sorgen dass die Nutzer glücklich sind, weitere und bessere Entwickler engagieren, Twitter auf allen Plattformen etablieren und nicht zuletzt: einen guten Job machen.

Twitter Interna

“Diddy ist eine Nervensäge”

Wie aus weiteren Dokumenten hervor geht, will Twitter bis 2013/2014 eine Milliarde Nutzer haben, also immerhin jeden siebten Erdenbürger. Twitters Strategie dorthin klingt gar nicht einmal so unrealistisch und könnte anderen Unternehmen als Beispiel dienen: Twitter-Clients sollten auf Mobiltelefonen vorinstalliert werden, ebenso auf Dell-Computern und Amazons E-Book-Reader Kindle. Auf Spielekonsolen solle Twitter ebenso vorkommen wie in Website-Widgets. Interessante Randnotiz: “Die Kosten würden uns umbringen, wenn wir morgen eine Milliarde Nutzer hätten.” Deswegen also erst in ein paar Jahren.

In weiteren Meetings wurde bei Twitter offenbar besprochen, wie mit Stars auf Twitter umzugehen ist. P. Diddy wird keine strategische Position eingeräumt, er soll bei Laune gehalten werden, wird aber auch als störendes Element angesehen. Ähnlich stehen die Aktien für Marissa Mayer. In weiteren Dokumenten berät Twitter Strategien, um Übernahmeversuche von Google und anderen abzuwehren. Oberste Priorität solle dabei haben, im Falle einer Übernahme die Kontrolle zu behalten. Wohl deswegen hat sich Twitter noch nicht von Facebook kaufen lassen.

Die benannten Stars könnten beleidigt reagieren. Ansonsten sind die neu veröffentlichten Informationen in meinen Augen wieder relativ harmlos und – darf ich das sagen? – irgendwo auch amüsant. Twitter-Boss Biz Stone hat auf das Datenleck bereits reagiert und rät Nutzern webweit zu sichereren Passwörtern.


 
 
 
 

3 Kommentare zu “Angst vor der Konkurrenz: Wie Twitter Facebook abwehren wollte”

  1. Thomas - 17. Juli 2009 um 10:45

    Die sollen mal lieber dafür sorgen, dass ich “P.Diddy” endlich wieder entfolgen kann. Das geht nämlich nicht! Böser Bug in Twitter!

  2. DigitalAngel (digitalangel) 's status on Friday, 17-Jul-09 12:06:45 UTC - Identi.ca - 17. Juli 2009 um 14:07

    [...] http://freshzweinull.de/2009/07/angst-vor-der-konkurrenz-wie-twitter-facebook-abwehren-wollte/ [...]

  3. Top 10 der Woche 29/09 « Wochenrückblicke - 19. Juli 2009 um 10:34

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