Wochenendgezwitscher: Bloggst Du noch oder twitterst Du schon?

Das ist natürlich eine Fangfrage, und sie ist ein bisschen provozierend. Natürlich kann man beides tun. Aber Blogs sind in der Tat etwas in die Jahre gekommen und in meinem Freundeskreis ist es so, dass die meisten wie die Weltmeister twittern und kaum noch jemand bloggt. Aber wenn’s nur das wäre: Gestern haben wir noch darüber sinniert, dass Multimedia-Statusmeldungen auf Facebook oder Friendfeed Twitter bald den Rang ablaufen könnten.

Die Frage an Euch ist also einfach: Wo teilt Ihr Euch am liebsten mit? Auf Twitter, Facebook oder Friendfeed? Sind Blogs nach wie vor Euer Zuhause, bevorzugt Ihr den Medienmix oder habt Ihr Euren eigenen Dienst, den wir hier noch gar nicht auf dem Schirm haben? Sagt uns Eure Meinung und macht mit bei unserem Wochenendgezwitscher! Wie immer hier als Kommenter, auf Twitter oder Identi.ca.

17 Gedanken zu „Wochenendgezwitscher: Bloggst Du noch oder twitterst Du schon?“

  1. Twittern ist einfach mit weniger Zeitaufwand verbunden als das Bloggen. Außerdem hat wahrscheinlich auch kaum noch jemand Zeit in heutigen Zeit jeden Abend lange Blogeinträge in 50 Feeds zu lesen! Dass andere Dienste Twitter den Rang ablaufen, glaube ich nicht. Twitter muss nur sehen, dass es die Integrietät in andere Dienste (wie es z.B. bei Facebook möglich ist) nicht verhindert! Ich persönlich habe z.B. meinen Twitter Account mit den Facebook-Statusmeldungen verknüpft, wie sicherlich viele andere auch!

  2. Twitter etc. kann und soll das Bloggen nicht ersetzen: Wenn ich in eines meiner 5 Blogs schreibe, will ich ein Thema umfangreich darstellen. Ich erschaffe einen “Knoten im Netz”, der auch etwas Statisches/Bleibendes hat, auf das andere sich beziehen können.
    Twitter dient mir zum drauf verweisen, ebenso zum weiter melden anderer Fundsachen, sowie als schnelle Info, was zu welchem Thema grade aktuell ist – und zum Finden neuer Leute in ähnlichen Interessengebieten.
    Auf Friendfeed schiebe ich (zusätzlich zu den automatisierten Blog-Posting-Meldungen) über Mento so manchen Lesetipp, der mich im Lauf der Woche beeindruckt, da es da keine Begrenzung auf 140 Zeichen gibt. So kann ich aus den Artikeln das Interessante besser zitieren.

  3. Bin ich auch der Meinung: Twitter wird bloggen nicht ersetzen. Alleine deshalb, weil man in Twitter nur Platz für 140 Zeichen hat.

    Aber ich persönlich twittere lieber… (da sind die Nachrichten kürzer :))
    Es sollte wirklich noch mehr einzug in andere Portale wie Facebook || StudiVZ bekommen, dann steht dem nichts mehr im Weg.

  4. Nunja,… seitdem ich twittere, blogge ich deutlich seltener. Viele Erlebnisse, Entdeckungen und Alltagskuriositäten werden heute in 140 Zeichen geprügelt, obwohl ich früher einen Artikel daraus gemacht hätte.

    Zudem ist twittern auch zeitnäher- meine Tweets sind oft nach en paar Minuten – aber spätestens nach ein paar Stunden – von Freunden gelesen, bei einem Blogartikel kann das Tage dauern, gerade wenn man nicht mehr täglich bloggt.

  5. ich konnte mich nie mit dem bloggen anfreunden. dann, als ich gerade meinen blog neu aufgelegt hatte und 10 einträge geschrieben habe, hab ich twitter entdeckt und mein blog ist wieder eingeschlafen…
    ich bleib bei twitter…

  6. Twitter ist praktisch, wenn man mal schnell was interessantes verlinken will, aber für längere Geschichten, wie wenn man seine eigene Meinung zu einem bestimmten Thema erklären und erläutern will, dann ist ein Blog immernoch das nonplusultra.
    Außerdem hab ich bei Twitter das Gefühl, dass die Filter versagen und ich dadurch einem kontinuierlichen Kommunikationsfluss ausgesetzt bin, denn ich nicht vernünftig aufteilen und filtern kann, weswegen ich inzwischen die Lust am lesen verloren habe.

  7. habe vor fast zwei Jahren meinen Blog in Facebook überführt. gleich viele moglichkeiten aber kann bestimmen wer meinen Blog lesen kann. das argument gilt aber sicher nur für private Blogs. acm

  8. Ganz ehrlich, ich bevorzuge den Mix. Ich habe versucht vor einiger Zeit dem Bloggen den Rücken zu kehren und mich nur auf das Lifestreaming zu stürzen. Nicht nur das meine Leser damit, und vor allem der schieren Masse an Zeug was sie möglicherweise auch woanders bereits gelesen haben unzufrieden waren, sondern auch mich hat das nicht so wirklich befriedigt. Jetzt mache ich wieder alles, aber alles besser – würde ich sagen ;-) Ich blogge wann ich Zeit und Lust dazu habe, vollkommen ohne Zwang und dem Anspruch auf Qualität. Ich Lifestreame was mir über den Weg läuft und ich für noteable halte. Und ich zwitschere was das Zeug hält. Am Ende kommt alles wieder zusammen, in meinem “Portal”: http://renefischer.ws/

    Und was soll ich sagen? Ich bin happy damit :-)

  9. Das ist ne Frage wie telefonierst Du noch oder schreibst Du nur noch SMS? Also eine bescheuerte Frage. Beides natürlich!

    Trinkst Du noch Kaffee oder isst Du schon Pizza?

  10. Ich habe beobachtet, dass zwar weniger, dafür aber konzentrierter und überlegter gebloggt wird. Alle kurzen Mitteilungen, Lesetipps und Meinungsäußerungen laufen über Twitter. Aber was man schon merkt: Die Zahl der Kommentare in Blogs geht zurück. Die Leser twittern stattdessen den Link und kommentieren in ihrem Twitter-Account.

  11. @Manuel: Ich habe guten Grund zu der Annahme, dass du von der Meldung hier nur die Überschrift gelesen hast. ;)

  12. Beides! Es sind zwei unterschiedliche Medien. Wobei twitter zum Kurzfassen erzieht (oder auch nicht ;-) ), der Blog jedoch Freiraum für Ausführlichkeit lässt. Wobei es auch hier angebracht ist sich präzise und kurz zu fassen und sich nicht in Elegien zu verlieren.

    Twitter ist die Tageszeitung, Blog ein gutes, dickes Buch, das auch vor 50 Jahren geschrieben worden sein kann und trotzdem (hoffentlich) fesselt.

  13. Zwar twitter ich nicht, aber plurk ist ja fast dasselbe – auch 140 Zeichen, aber in Farbe und bunt ^^. Viele mögen es aber nicht und kehren lieber wieder zu twitter zurück, weil sie vom sinkenden Karma frustriert sind – und Karmapunkte gibt’s eben nur, wenn man fleißig “plurkt” – aber auch nicht zu oft!
    Plurk bietet einige nette Features, die ich bei twitter nicht gefunden habe – aber ich gebe ja auch zu, dass ich mich mit twitter nicht lange auseinander gesetzt habe, weil ich es erst angesehen habe, nachdem ich plurk kannte – und total enttäuscht war!

    Plurks oder (wie heißen diese twitter-Einträge? tweeds?) verführen dazu, zu spammen. Wenn man nichts zu sagen hat, wünscht man wenigstens mal einen guten Morgen und abends eine gute Nacht und dazwischen fällt einem vielleicht doch noch etwas ein. Das führt leider schnell dazu, dass das Lesen keinen Spaß mehr macht. (Zum Glück kann ich bei jedem einzelnen Plurk einstellen, dass ich ihm nicht mehr folgen möchte.)
    Auf der anderen Seite ist “twittern” (oder “plurken”) unglaublich schnell. Das war auch das erste, was mich am Microblogging sofort fasziniert hat. Ein Satz getippt, Enter, Fertig.

    Bei einem Blog erwartet man irgendwie mehr als nur einen Satz – und mir ging es dann oft so, dass ich Einträge gar nicht erst geschrieben habe, weil ich zwar eine Idee hatte, aber nicht so recht “aus dem Quark” kam, um ordentlich etwas dazu zu schreiben. Blogs machen Mühe.

    Deswegen ziehe ich reine Themenblogs vor, habe ja selbst mal eins geschrieben, aus dem einfachen Grund, dass man da wenigstens weiß, worüber man schreiben kann (oder sollte). Manche schreiben ja einfach ihr Leben, ihre Ansichten etc. in ein Blog, aber ich denke, dass ich ein Blog, wenn ich es als Tagebuch nutzen wollte, dieses auch nur noch für einen begrenzten Zeitraum tun würde. Z.B. als Schwangerschaftstagebuch oder so. Wenn’s Kind da ist, ist dann auch keiner der Leser (sollte es welche geben) böse, wenn man es wieder zu macht.

    Plurk hingegen nutze ich für alles mögliche. Als Stimmungsanzeiger, kurze Stichpunkte zu meinem Tagesablauf, um meine Family auf dem Laufenden zu halten, zum Quatschmachen mit anderen Plurkies, und zum “Teilen” von Links, Bildern und Videos – wobei mir dabei egal ist, ob sich das wer anschaut, denn in der Hauptsache dient es mir als Web-Fundgrube für die kleinen Schätze, die man nicht ständig in seinen Favoriten haben möchte.

  14. Das eine kann das andere nicht ersetzen, sondern eher ergaenzen.
    Ich betrachte Twitter in langer Sicht eher als eine Alternative
    zu Suchmaschinen, statt zu Blogs.

Kommentare sind geschlossen.