Was denn nun: Verkaufsstart des Palm Pre ein Erfolg oder nicht?

Das Palm Pre, der erste ernsthafte Kandidat auf den Titel “iPhone-Gegenspieler”, ist am Samstag in den USA in den Verkauf gegangen. Die Meinungen klaffen seitdem weit auseinander, ob der Verkaufsstart nun ein Erfolg war oder nicht.

Klar ist, dass Sprint als exklusiver Mobilfunkpartner des Palm Pre das erste Verkaufswochenende als großen Erfolg feiert. Es habe mancherorts Warteschlangen gegeben, und in einigen Filialen seien die Geräte noch am Samstagnachmittag ausverkauft gewesen. Der Erfolg dieser Geschichte wird schon alleine dadurch relativiert, dass es in den genannten Filialen oft nur eine Handvoll Geräte zu kaufen gab.

Palm Pre50.000 gegen 270.000

Sprint spricht dennoch von einem starken Interesse und meldet für das Pre einen Verkaufsrekord – weiterhin jedoch ohne Verkaufszahlen zu nennen. Analysten schätzen die Zahl der verkauften Geräte am ersten Verkaufswochenende auf 45.000 bis 55.000. Das ist eine ordentliche Zahl, aber immer noch weit weniger als Apple mit dem ersten iPhone in seinen zwei ersten Absatztagen verkauft hat (etwa 270.000 Geräte). Noch 15.000 Pre-Interessenten hätten allerdings wegen der geringen Zahl an ausgelieferten Stückzahlen kein Gerät mehr erhalten und stünden nun auf der Warteliste, sagte der RBC-Analyst Mike Abramsky am Montag.

Dass Sprint, der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter, mit dem Palm Pre einen Rekord feiert, ist keine Überraschung: Nach dem iPhone hat kein anderes Smartphone in den letzten Jahren im Vorfeld für derart viel Wirbel gesorgt. Und der kleine Anbieter Sprint hat bislang kein vergleichbar interessantes Gerät exklusiv verkaufen dürfen. Aber 50.000 gegen 270.000 sprechen eine deutliche Sprache.

Bevor man allerdings urteilt, muss man jetzt die offiziellen Verkaufszahlen abwarten – und den Start des neuen iPhone 3GS. Sollte sich nämlich herausstellen, dass auch Apple mit dem neuen iPhone nicht mehr als 50.000 Geräte verkauft, dann würde das bedeuten, dass der Markt mit Smartphones deutlich gesättigter ist als noch vor zwei Jahren. Und das würde Palms 50.000 Verkäufe in ein viel helleres Licht rücken.

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3 Gedanken zu „Was denn nun: Verkaufsstart des Palm Pre ein Erfolg oder nicht?“

  1. War das nicht auch ein Problem der Vorfinanzierung? So viele Geräte muss der gebeutelte Hersteller ja erstmal produzieren können.

    Letztlich kommt es aber mehr darauf an, wie viele Geräte Plan in den ersten Monaten wird verkaufen können. Das Pre ist doch kein Kinofilm, bei dem es nach dem erste Wochenende nur noch bergab geht.

    Apple war in einer weit besseren Ausgangslage, hatte eine ganz andere Fanbase beim ersten iPhone.

    Zudem hat Palm nicht das Popstar Image von Apple. Und so mancher Interessent möchte vielleicht erstmal gucken, wie gut das Palm Pre wirklich ist, anstatt es gleich dem Händler aus der Hand zu reißen.

    Trotz der spannenden Features des Pre ist Palm an sich eher eine Marke, die in der Vergangenheit im geschäftlichen Bereich stark war. Da kauft man doch etwas anders.

    Na und ein Punkt ist schließlich noch: die Wirtschaftskrise. Mitten im Boom lässt sich der Launch eines solchen Produkts einfach besser angehen.

    Kurz gesagt: Ich glaube an einen Erfolg der Palm Pre.

  2. Was heißt eigentlich, das Palm Pre hätte “im Vorfeld für derart viel Wirbel gesorgt”? Bei wem denn? Bei den Konsumenten, den Medien oder bei Palm? Bei Palm wohl deshalb, weil es das Gerät ist, von dem die Zukunft des Unternehmens abhängt. Bei den Medien, weil Palm entsprechend üppige PR geleistet hat. Und bei den Konsumenten? Wer kauft schon ein Smartphone, für das es kaum Software gibt und das über iTunes synct ohne ein iPhone zu sein…

  3. “Wer kauft schon ein Smartphone, für das es kaum Software gibt und das über iTunes synct ohne ein iPhone zu sein…”

    Richtig so – wenn es einmal ein gutes Produkt gibt, gibt es keine Notwendigkeit mehr für Konkurrenz. Die ist dann automatisch doof, weil gibt ja schon ein gutes Ding!
    Und hunderttausende iPhone-Besitzer regen sich auf – IHRS ist sowieso besser, weil, ja weils eben ihrs ist. Kognitive Dissonanz wird aufgelöst.

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