TV Fandex 100: Serienquotenmessung im Web-Zeitalter

Mit TV Fandex 100 hat der US-amerikanische Online-Anbieter Wetpaint einen neuen Index zur Messung der Popularität von TV-Serien vorgestellt. Für diesen werden die Aktivitäten rund um TV-Shows im Netz, unter anderem Twitter, Facebook, Google, IMDb sowie der Wetpaint-Fanseiten, gemessen. Während zeitversetztes Fernsehen in den USA immer beliebter wird und Serien zunehmend auch im Netz und auf mobilen Geräten konsumiert werden, stellt die reine Quotenmessung keinen präzisen Wert mehr dar, so Wetpaint in seinem Blog. Die Berücksichtigung der Netzaktivitäten rund um die Lieblingsserien stelle daher eine wichtige Ergänzung dar.

Während hierzulande die TV-Macher nach wie vor auf die Einschaltquoten-Messung via Messgerät setzen, geht Wetpaint einen Schritt weiter und nutzt soziale Netzwerke. Marktforscher wie Nielsen Online gehen mit BuzzMetrics diesen Weg bereits seit Ende 2007: So werten die Experten nicht nur quantitativ Markennennungen aus, sondern analysieren die häufigst diskutierten Themen auch qualitativ. Von IntelliSeek hat Nielsen zusätzlich BlogPulse erworben, mit dem sich speziell in Blogs Trendthemen – vergleichbar mit Goolges Blogsuche – identifizieren lassen.

TV Fandex 100

Bleibt die Frage, wann auch in Deutschland der “Enthusiasmus-Faktor” aus dem Netz bei Programmverantwortlichen Einzug hält. Bernhard Engel, Mitarbeiter bei der ZDF-Medienforschung, hält gegenüber pressetext.deutschland, die Messung des Online-Verhaltens zwar für sinnvoll. “Die Ergebnisse der Fandex-Wertung basieren auf Informationen, die aus sehr heterogenen Quellen zusammengetragen werden. Sozialwissenschaftlich gesehen ist das ziemlicher Unfug und es stellt sich die Frage, inwieweit diese Resultate überhaupt eine objektive Gültigkeit besitzen”, urteilt Engel.

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