Trotz Wirtschaftskrise: Kleine Start-ups mit überraschendem Erfolg

Alle Zweige der Wirtschaft haben zurzeit schwer zu kämpfen. Überall werden Stellen abgebaut, ganze Unternehmen gehen pleite. Bei neuen Start-ups – vor allem bei den kleinen – sieht das allerdings etwas anders aus. So kann zum Beispiel das Ein-Mann-Start-up von Patrick McKenzie mit seinem Bingo Card Creator in den letzten Monaten ständig wachsende Gewinne verzeichnen. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahre 2006 waren die Monate Februar, März und April dieses Jahres die erfolgreichsten überhaupt.

Die richtige Nische finden

Und das Start-up von Patrick McKenzie ist kein Einzelfall. Das Wachstum von Balsamiq Studios übertrifft sogar noch das des Bingo Card Creators. Nach Angaben von Balsamiq-Gründer Giacomo Guilizzoni registriert das Unternehmen, das ein Tool für das schnelle Erstellen von Konzeptskizzen für Benutzerinterfaces anbietet, im Moment durchschnittlich 200 neue Kunden pro Woche.

Aber woran liegt es, dass diese Start-ups immer besser laufen, während viele andere Unternehmen tief in der Krise stecken? Jason Cohen von blog.asmartbear.com meint zumindest, es gebe dafür mehrere Faktoren: Wichtig ist vor allem, dass die Nische, in der das Produkt plaziert werden soll, klein genug ist. Zudem muss das Produkt natürlich durch Qualität überzeugen und auch eine entsprechende Zielgruppe haben, die durch gezielte Marketing-Aktionen erreicht wird. Auch darf die eigene Zielsetzung nicht zu hoch sein, denn nur kleine Unternehmen erfordern außer Zeit zunächst keine großen Investitionen.

Kleiner Markt – Kleine Zielgruppe

Die Vorteile eines kleinen Marktes, in dem wenig Konkurrenz herrscht, liegen klar auf der Hand. Man braucht kein großes Marketing-Budget, um von der Zielgruppe wahrgenommen zu werden. Zusätzlich weiß man in den meisten Fällen, wo sich diese Zielgruppe aufhält – zum Beispiel in sozialen Netzwerken, Blogs oder lokalen Gruppen. So können diese Leute gezielt angesprochen werden. So war es auch bei McKenzies Bingo Card Creator. Als Lehrer für Englisch als Fremdsprache in Japan stellte er fest, dass Vokabel-Bingo bei seinen Schülern sehr beliebt war. Nur die Erstellung der Bingo Cards nahm zu viel Zeit in Anspruch.

Deshalb entwickelte McKenzie eine Software, mit der die Kartenerstellung automatisiert wurde. Die Zielgruppe ergab sich aus dem Produkt: Pädagogen. Auch wenn mittlerweile viele Kunden die Karten auch in anderen Bereichen einsetzen, so besteht die Mehrheit immer noch aus Grundschulen, die Bingo Cards für immer andere Fächer und Lerninhalte nutzen.

Und damit ergibt sich ein weiterer wichtiger Punkt für ein erfolgreiches Start-up: Das Produkt darf nicht nur vorübergehendes Interesse wecken, sondern muss optimalerweise neben Einzigartigkeit auch über eine erweiterbare Nutzbarkeit verfügen.