Iran: Mobilfunknetz gestört, Facebook und Twitter gesperrt

Der Iran hat am Wochenende nach Unruhen wegen der Präsidentschaftswahlen einzelne Internetseiten gesperrt, das Handy-Netz gestört und ausländische Korrespondenten an ihrer Arbeit gehindert. Das berichten ausländische Journalisten vor Ort. Unter anderem wurden Facebook und Twitter blockiert. Die Videoplattform YouTube war nur noch eingeschränkt zu erreichen. ARD und ZDF protestierten beim iranischen Botschafter.

Korrespondenten im Iran berichten von regelrechten Hetzjagden der Polizei auf Demonstranten und unbescholtene Bürger. Facebook und Websites des gegnerischen Lagers von Irans altem und neuem Präsident Mahmud Ahmadinedschad wurden gesperrt. SMS konnten am Wochenende nicht verschickt werden. Im iranischen Fernsehen wurde von den Straßenschlachten derweil nichts berichtet.

Persepolis

Schlägertrupp holte ARD-Mitarbeiter ab

Das iranische Innenministerium forderte den ausländischen Sender Al-Arabija dafür auf, eine Woche lang nicht zu senden. Auch ARD und ZDF wurde ein Berichtsverbot erteilt. Schlägertrupps der Regierung sollen einen Mitarbeiter der ARD mitgenommen haben. BBC und der italienische Sender RAI berichten von ähnlichen Repressalien. Unter anderem sei eine Satellitenverbindung für ausländische Sender gestört worden. Eine für heute angesetzte Demonstration der Opposition unter dem unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Hossein Mussawi wurde verboten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat für heute den iranischen Botschafter einbestellt. Am Freitag hatte der amtierende Präsident Mahmud Ahmadinedschad von amtlicher Seite die Präsidentschaftswahlen mit 62,6 Prozent der Stimmen so klar gewonnen, dass die unterlegene Fraktion des Gegenkandidaten Hossein Mussawi (33,7 Prozent) Wahlbetrug vermutete. Daraufhin kam es zu den Protesten.

Bild aus dem Film “Persepolis” von Sony Pictures

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