Flashmob auf Sylt wird teurer Spaß: Ordnungsamt will Geld vom Initiator

Weil seine Freundin ihn verlassen und er den Job verloren hatte, wollte sich Christoph Stüber mit einer Party auf Sylt trösten. So gründete er in MeinVZ die Gruppe “Alle Mann nach Westerland; wir machen eine fette Beach Party”. Und tatsächlich folgten rund 5.000 Menschen dem Ruf und fielen am letzten Wochenende auf der Insel ein. Die Bewohner der Insel – allen voran das Ordnungsamt – fanden das allerdings gar nicht witzig, denn durch die unangemeldete Party enstanden Kosten in Höhe von 20.000 Euro. Das Ordungsamt will Stüber diesen Betrag nun in Rechnung stellen.

Polizeieinsatz und Dreck

Die Summe, die Stüber, wenn es nach dem Ordungsamt geht, bezahlen soll, setzt sich aus den Kosten für den Einsatz von Sicherheitskräften und Sanitätern und für die Abfallbeseitigung zusammen. Allein am Strand und am Bahnhofsvorplatz von Westerland sammelten Reinigungskräfte mehrere Kubikmeter Müll ein; wegen Alokoholexzessen und Schlägereien erhielten 22 Personen Platzverweise, 16 wurden verhaftet und es gab 26 Verletzte. Auch die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) rechnet laut Spiegel Online mit einer “mittleren fünfstelligen Summe” für die Reinigung der verschmutzten Züge und möchte die Kosten ersetzt haben.

Veranstalter oder nicht

Ob Stüber letztendlich zur Kasse gebeten wird, hängt davon ab, ob in der kommenden Gerichtsverhandlung festgestellt wird, dass er öffentlich zu der Versammlung aufgerufen hat, denn das hätte angemeldet werden müssen. Somit wäre Stüber auch Veranstalter der Party und der ist laut Gesetz für enstandene Kosten verantwortlich. Dass Stüber selbst sich nicht als Veranstalter sieht, dürfte keinen wundern. Die Sylter Gemeindeverwaltung sieht das natürlich anders.

Durch den ganzen Ärger mit der Sylter Gemeindeverwaltung will sich Stüber, der sich mittlerweile einen Anwalt genommen hat, jedoch nicht von weiteren Flashmobs abhalten lassen. Wie schon beim Kissenschlachts-Flashmob vor einigen Wochen in Köln geht es um die grundsätzliche Frage, ob Flashmobs eine Veranstaltung sind oder nicht. Stüber hat bereits eine MeinVZ-Gruppe gegründet, mit der er zu einem weiteren Flashmob aufruft: “Alle Mann zum Verwaltungsgericht, wir gewinnen den Prozess”.


 
 
 

6 Kommentare zu “Flashmob auf Sylt wird teurer Spaß: Ordnungsamt will Geld vom Initiator”

  1. t3n-Linktipps: Ogg Theora, Google Books, Times-Archiv als Linked Data, Kommunikations-Gütesiegel und Flashmob wird wohl teuer » t3n Magazin - 19. Juni 2009 um 16:01

    [...] Erst waren die Freundin und der Job weg und dann folgt auch noch eine Rechnung über 20.000 Euro. So geschah es einem MeinVZ-User, der über die Plattform zu einem Flashmob auf Sylt aufgerufen hatte. Pech nur, dass rund 5.000 Menschen seinem Ruf folgten und auf der Insel ihr Unwesen trieben. Vor dem Verwaltungsgericht geht es jetzt darum, ob er die entstandenen Kosten von rund 20.000 Euro zahlen muss oder nicht. Verstanden hat er scheinbar noch nicht, denn er hat bereits einen weiteren Flashmob organisiert: „Alle Mann zum Verwaltungsgericht, wir gewinnen den Prozess“. (via Freshzweinull) [...]

  2. Alle Mann zum Verwaltungsgericht… auf Studinights.com - 19. Juni 2009 um 18:33

    [...] Freshzweinull Freitag – Susanne Lang [...]

  3. Obama der Killer, Sylvie die Tapfere, Rihanna die Nackte, Dyno der Glückliche | rumsabbeln.de - 20. Juni 2009 um 07:05

    [...] vergangenen Samstag kam es auf Sylt zu einem Flashmob. Über 5000 Menschen (der Initiator plante mit 13000 Menschen) wollten die Insel in eine Partymeile verwandeln. Dem [...]

  4. ...because I can! » Wann eine Party teuer wird - 16. Juli 2009 um 00:01

    [...] der Nord-Ostsee-Bahn durch die Partygäste während der Anreise so stark verschmutzt worden sind, belaufen sich die Reinigungskosten offenbar ebenfalls auf eine fünfstellige Summe. Nun ratet mal, wer auch dafür aufkommen soll… In diesem Fall stellt sich die Frage, ob man [...]

  5. Braunschweig: Kein Flashmob am 8.8.2009! | blog.christian-hufgard.de - 27. Juli 2009 um 13:30

    [...] ist das Braunschweiger Ordnungsamt etwas besorgt, da neulich ein Flashmob auf Sylt etwas eskalierte. Damals waren dem Aufruf in der Gruppe "Alle Mann nach Westerland; wir machen eine fette Beach [...]

  6. Joachim Rose - 27. Juli 2009 um 14:20

    a.gu.He. an alle dies Lesenden ##

    Flashmob oder auf deutsch Blitzauflauf als aktuelle DENK.Idee eines Einzelmenschen zur Bereicherung seindes eigenen DASEINS und fielleicht auch einiger Mitmenschen #
    Was soll MENSCH dafon halten #
    Die Bemuehung zur DENK.Idee als kreatiwer Weg zu mehr Gluecksmomentgefuehl im DASEIN ist lobenswert , da sie fom Einzelnen ausgeht und mittels Ideenfindung daseinsbereichernd wirken kann #
    Im Hauptfeld unseres gemeinschaftlichen DASEINS , der Wirtschaft , wird derartiges Tun dringendst gebraucht , um so Fielfalt an Lebensmoeglichkeit zu schaffen #
    Nun ist die Organisazion einer Festiwitaet , Festlichkeit oder englisch Party durchaus ein schoepferischer Akt mit Bereicherungsmoeglichkeit an Lebensfielfalt , aber: Das Ereignisz musz ausbalanziert realisiert werden #
    Diese Balanz , also das Gleichgewicht der beteiligten Teilchen (schprich Menschen) wurde jedoch fom Ideenurheber nicht beruecksichtigt #
    In der BEWERTUNG zwischen Gleichgewicht und Extrem ist diese Feranschtaltungsart schon sehr weit hin zum Extrem ferschoben #
    Es darf also unter dem Aspekt ZEIT nur selten schtattfinden , um das Ueberleben in energieoptimierter Weise , normalgewohnter Lebensart nicht zu gefaerden #
    Zugleich hat die Anzahl der Teilnehmer an dieser Feranschtaltung sehr wahrscheinlich das kwantendialektisch zulaeszige Masz fuer ein DASEIN mit beherrschbarer Gewalteinwirkung ueberschritten #
    Genaueres hierzu koennen sicherlich die modernen Matematiker mit ihren Rechenprogrammen aussagen #
    Fuer zukuenftige DENK.Ideen aehnlicher Groeszenordnung bezueglich der Teilnehmenden Menge an Menschen und anderen lebensaktifen Organsystemen musz daher fon jedem Ideenurheber beruecksichtigt werden , dasz er bei seinen Akzionen das Gleichgewicht am RAUM.Ort innerhalb der gewohnten Raum.ZEIT nicht aus dem Gleichgewicht bringt und wenn doch , dann nur kurzzeitig und in beherrschbarem Ausmasz #
    Fazit: Der Ideenurheber kann an jedem Raumort zu jeder Raumzeit frei aktif werden , aber immer nur unter Einhaltung der for Ort geltenden Gleichgewichtsbedingungen #
    Fair DENKEN und Fair HANDELN #
    Sollte eigentlich jeder sowohl fuer sich als zeitgleich auch fuer die anderen akzeptieren , respektieren und in sein Lebensgeschtaltungsprogramm aufnehmen #
    Das koerpereigene Belohnungssystem wird es allen Beteiligten danken #
    So macht Feiern und Party echten Spasz #
    Also dann , auf zu neuem Wiszen und zu neuem Festefeiern und Partygenieszen #

    Grusz Jo..

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