Es bewegt sich was: Wikipedia in Zukunft mit Videos

Text, Fotos und Grafiken auf Wikipedia kennen wir ja schon. Aber jetzt hat sich die Wikimedia Foundation, die hinter der freien Online-Enzyklopädie steht, etwas neues überlegt. In zwei bis drei Monaten sollen Nutzer die Möglichkeit haben, Bewegtbilder in ihre Beiträge einzufügen und diese zu editieren und zu kommentieren. Zunächst sollen hierfür nur freie Videos aus vorgegebenen Quellen zur Verfügung stehen. Konkret sind das die „Wikimedia Commons“, das „Internet Archive“ und Metavid, das freie Video-Archiv des US-Kongresses.

Noch keine Konkurrenz zu kommerziellen Video-Plattformen

Die Inhalte dieser freien Videos sind hauptsächlich historisch oder dokumentarisch. Damit wird das neue Angebot auf Wikipedia zumindest vorerst keine Konkurrenz für die kommerziellen Video-Plattformen wie YouTube. Und ob Wikipedia jemals wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz für diese Plattformen wird, ist ungewiss. Denn laut Catrin Schoneville, Sprecherin von Wikimedia Deutschland, sei das gemeinnützige Unternehmen auch weiterhin nicht daran interessiert, ein Videokanal zu werden: „Unser Fokus liegt auf einer inhaltlichen Bereicherung der Plattform“.

Mehr Material soll folgen

Allerdings soll das Video-Angebot kontinuierlich erweitert werden. Dazu hat die Wikimedia Foundation die Hoffnung, dass mit der Zeit Content-Provider mehr urheberrechtlich geschützte Videos öffentlich zugänglich machen. Sie geht davon aus, dass durch die enorme Reichweite der freien Enzyklopädie Rechteinhaber dazu bewegt werden, Video-Material freizugeben. Das sieht auch Michael Dale, Software-Entwickler beim Video-Plattform-Anbieter Kaltura so: „Wenn die Leute erst einmal sehen, dass Open-Source-Videos viel mehr Beachtung im offenen Web finden, wird das auch die Content-Provider dazu animieren, auf den Zug aufzuspringen.“ Dale arbeitet im Rahmen des Projekts mit Wikimedia zusammen.

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Ob aber auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender da mitmachen werden, ist zumindest laut Deputy Director der Wikimedia Foundation, Erik Moeller, fraglich: Aufgabe der öffentlichen Sender “sollte es sein, alles daran zu setzen, die Reichweite zu maximieren; das sehe ich derzeit jedoch nicht”.