Wolf Schneiders Videoblog lässt uns mit Sprachproblemen im Regen stehen

Der alte Sprachpapst: Wer einmal etwas mit Journalismus zu tun hatte, kommt um den Namen Wolf Schneider kaum herum. Seine Werke “Deutsch für Profis”, “Deutsch fürs Leben” und einfach nur “Deutsch” gelten als Standardwerke für guten Stil im Journalismus, die man sich einprägt, nur um sie im Berufsalltag nicht mehr anzuwenden. Der Journalistenlehrer wird in dieser Woche 84 Jahre alt, und das ist offenbar immer noch jung genug, um auf Sueddeutsche.de ein Videoblog über Sprache zu veröffentlichen. Just gerade ist die erste Folge von “Speak Schneider” online gegangen.

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Darin erzählt Schneider über die Wirren der Gleichberechtigung in der deutschen Sprache. Wenn wir statt Einwohnermeldeamt nur noch “Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt” sagen dürften, kämen wir in Teufelins Küche, so Schneider. Die erste Folge ist kurz (1:20 min), irgendwie witzig – und doch fehlt die Quintessenz. Dass das Sprachchaos da ist, hat Schneider richtig erkannt und beschrieben. Und nun: Was fordert er, was schlägt er vor, was rät er uns, was ist das Fazit? Dazu sagt Schneider nichts und lässt uns mit dem Sprachchaos alleine. Schade. “Speak Schneider” soll trotzdem von nun an jeden Montagmorgen um 11 Uhr auf Sueddeutsche.de zu sehen sein.


 
 
 
 

Ein Kommentar zu “Wolf Schneiders Videoblog lässt uns mit Sprachproblemen im Regen stehen”

  1. Tim - 4. Mai 2009 um 17:06

    Meiner Meinung nach ist jedem klar, dass gerade das Thema Gleichberechtigung fast immer zu einem Sprachchaos führt. Da braucht man doch keinen Sprachpapst, der einem das erzählt. Vor allem, wenn er nur Tatsachen feststellt und keine Lösungen anbieten kann.

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