Wochenendgezwitscher: Musikmodell der Zukunft gesucht

Die CD stirbt langsam aus, und wie es scheint gibt es nichts, was der Musikindustrie auch nur annähernd so hohe Einnahmen beschert wie der silberne Tonträger. Als Nachfolge der Langspielplatte hat die Industrie Micro-SD-Karten im Angebot. Für einzelne Songs sollen die Preise über iTunes und Co. wohl noch deutlich anziehen. Filesharing wird weiterhin stark bekämpft. Aber was ist wirklich die Lösung?

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Kostenpflichtige, legale Downloads wie bei iTunes? Musikabos mit monatlicher Pauschalgebühr wie bei Napster oder gleich eine völlige Legalisierung von Filesharing in der Hoffnung, dass Künstler und Industrie ihr Geld mit Konzerten und Werbeverträgen wieder hereinholen? Stimmt mit ab bei unserer Wochenendumfrage, welches Modell sich eurer Meinung nach auf lange Sicht am ehesten durchsetzen wird. Und sagt uns eure Meinung. Wie immer hier als Kommentar, auf Twitter, Identi.ca oder – neu – auf Facebook.

5 Gedanken zu „Wochenendgezwitscher: Musikmodell der Zukunft gesucht“

  1. Legale Downloads via itunes&Co. Aber nur so lange sie DRM-frei sind, sonst stimmt der Deal im Vergleich zu anderen Möglichkeiten einfach nicht

  2. Also, ich finde legale Musik einfach zu teuer. Lieder aus den Charts kosten 1,29€ bei itunes, das ist für mich überhaupt nicht zeitgemäß.
    IMO sollte Musik deutlich günstiger werden, dann würden mehr Menschen auch wieder was kaufen.
    Album für 1,99 € – fänd ich toll, pro Lied 0,19€ – wäre noch teuer, aber gut.

    ich glaub einfach, sobald es ein unkompliziertes und richtig günstiges micropaysystem gibt, würden wieder mehr leute musik kaufen…das ist für mich aber nur ein weg, um die “Illegalität” der Musiksauger zu verkleinern…ob die MI dadurch höhere Umsätze einfährt, ist eine andere Frage.

    Habt ihr von Freshzweinull keine tolle Idee?=)

  3. Für mp3 werde ich in Zukunft keinen Cent ausgeben, evtl hin und wieder für Musik in hoher Klangqualität. Geld für Konzerte werde ich dann eher berappen.

    Die Musikindustrie wird sich damit abfinden müssen, sehr viel weniger Umsatz zu machen. Der Künstler genauso. Der Musik wird es nicht schaden.

  4. Also es mag zwar sein das die CD immer wie mehr verschwindet, aber es kommt hier auf die Musikrichtung an. Ich habe gemerkt, dass in letzter Zeit unglaublich viele gute Alben auf den Markt gekommen sind. Und im Jazz Bereich sind MP3 Files eh oftmals kein Thema und hier kauft man nach wie vor fleissig CD’s Jazzer sind eben auch Sammler und die mögen Ihre CD’s ;-)!

    Die Entwicklung ist interessant und man kann gespannt sein, was da noch passiert und kommt.

  5. Zur These, dass Künstler in Zukunft nur Geld mit Live-Auftritten machen:
    1) Künstler = Interpreten (treten live auf) + Songwriter/Texter (sind manchmal auch Interpreten, treten aber oft nicht live auf)
    Problem: Was machen Songwriter und Texter, die nicht live auftreten wollen oder können? Wer schreibt die Songs für Interpreten? Ich kenne den Prozentsatz, zu welchem Interpreten selbstgeschriebene Songs performen, nicht. Würde aber schätzen, dass der zumindest nicht weit über 50 % liegt.
    2) Einkommen eines Künstlers = Verkäufe Recorded Music (CD, Vinyl, Download) + Live + einige andere Einkommensquellen…
    Problem: für viele reicht die Summe dieser Einkommensquellen gerade dafür, Ihr künstlerisches Schaffen und Ihr Leben zu finanzieren. Brechen die Einnahmen aus der Recorded Music weg – werden viel weniger Künstler weiterhin Musik machen können. Die meisten Interpreten sind übrigens schon immer so viel wie möglich live aufgetreten, da ist nicht mehr viel zu holen!
    3) Über Live-Streaming lässt sich wohl ein neuer EInkommenskanal erschließen. Aber wer sagt, dass Livestreams nicht kostenlos kopiert und (fast) in Echtzeit über P2P-Netze illegal ausgestrahlt werden können?

    Was also tun, wenn Musik im Netz scheinbar kostenlos ist?

    These: Musik war schon immer umsonst!
    Bei Konzerten: Kosten für Einlass in den Club, Konzerthalle, etc. Musik gibt es vor Ort kostenlos.
    Bei Tonträgern: Kosten für Erwerb des Tonträgers und Abspielgerät. Musik zu Hause kostenlos gehört.
    Im Netz: Kosten für Internetzugang, Notebook, Handy, Speicherchips etc. Dann Musiknutzung überall kostenlos.

    Erkenntnis: gezahlt wurde nie für Musik, sondern für den Zugang dazu!

    Fragestellung: Was ist der Zugang, welcher für Konsumenten und Anbieter künftig am ökonomisch sinnvollsten ist? Immer mehr scheint dies nicht die CD zu sein, sondern das Abrufen von Musik über´s Netz und das Abspielen über netzfähige Geräte.

    Fazit: die klassische Plattenindustrie versucht einen Zugang zu monetarisieren, der immer weniger gefragt ist. Die Recorded Music Industry von Heute verkauft den Zugang von Heute: Internetprovider, Hersteller von internetfähigen Geräten, Chiphersteller, Mobilfunkanbieter… Sie sollten und werden damit anfangen, Künstler an den Einnahmen zu beteiligen, um musikalische Vielfalt sicherzustellen.

    Zur Flatrate:
    Der Tonträger ist nicht tot. Der heutige Tonträger ist das Notbook, das Handy, der Speicherchip, der Server. Möglicherweise setzt sich bspw. Cloud Computing durch, also das Auslagern von Musikdateien auf Server großer Firmen, von denen die Musik dann jederzeit auf das internetfähige Gerät des Hörers gestreamt wird. In diesem Fall ist es dann so, dass nicht mehr die Konsumenten im Besitz des Tonträgers sind, sondern sie nur zum zeitweiligen Konsum auf den Tonträger/Server einer Firma zugreifen. Sie “mieten” den Tonträger also an. Und für ein Mietverhältnis hat sich in den meisten Fällen ein pauschaler Betrag (bspw. pro Monat) durchgesetzt. Was letzten Endes eben für eine Flatrate spricht.

    Dennoch ist eine Flatrate aber nur eine Alternative zu “Pay per Unit”. Oft überschätzt der Konsumenten seine tatsächliche Nutzung, wodurch die Flatrate dem Anbieter Vorteile bringt. Das bedeutet, das beide Modelle – Flatrate und Pay-per-Unit – im fairsten Falle am Ende den gleichen Umsatz pro Zeiteinheit generieren sollten.

    Folglich müsste man fragen: wie viel ist der Nutzer bereit, pauschal (als Flatrate) pro Zeiteinheit zu bezahlen, wenn er dafür auf alle Musik, jederzeit, überall, auf jedem Gerät in hoher Klang- und Videoqualität, inkl. persönlichen Empfehlungen und Community etc. zugreifen kann? Darüber hinaus müsste geklärt werden, wie hoch der durchschnittliche Konsum an Musikstücken in der gleichen Zeiteinheit pro Nutzer ist. Der durchschnittlich genannte Pauschal-Flatrate-Betrag geteilt durch den durschnittlichen Musikkonsum in der gleichen Zeiteinheit ergäbe in etwa den Preis, der pro Musikstück verlangt werden dürfte.

    Für einen perfekten Musikservice würde ich persönlich bis zu 25 Euro pro Monat bezahlen, Ich lade mir pro Monat etwa zweihundert Songs runter. 25/200 sind 1/8 = 12,5 Cent.

    Versucht also nicht, mir einen Song für mehr als 12,5 Cent anzudrehen. Das werde ich nie bezahlen. Gefühlt würde ich übrigens niemals mehr als 10 Cent pro Stück bezahlen. Das ist auch der Grund warum in meinem Fall eine Flatrate besser passt. Dann muss ich mir pro Musikstück nämlich keine Gedanken über dessen Preis machen.

    Würde mich übrigens freuen, die Ergebnisse Eurer Umfrage evtl. auf dem Future Music Camp am 4./5. Juli in Mannheim zu diskutieren!

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