Twitter – bald eine weitere Suchmaschine, die alles über uns weiß?

Vor wenigen Tagen erst haben wir All140 vorgestellt, ein Projekt, das Twitter-Meldungen als Nachrichtenbarometer benutzt. Offenbar ist das nicht der einzige solche Dienst, und Twitter selbst will nun die eigene Suche aufwerten und Google damit Konkurrenz machen. Twitter-Gründer Biz Stone hat Gerüchten über eine Übernahme durch Apple eine Absage erteilt. Das hätte er gar nicht gemusst, denn inzwischen dürfte jedem klar sein, dass Twitter gut daran täte, sich von niemandem kaufen zu lassen.

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Das Unwort: Google-Killer

Wer nicht schon alles als Google-Killer gehandelt und wenig später wieder vergessen wurde! Oder erinnert sich von euch noch jemand an Cuil? Mit Wolfram Alpha wird es nicht viel anders laufen, mein Wort drauf! Aber etwas anders dürfte es jetzt mit der Twitter-Suche sein: Twitter hat seine – einst von Summize übernommene – Suchfunktion in letzter Zeit stark aufgewertet. Neu ist, dass sie bald auch das Web durchsuchen soll, wie turi2 meldet. Die Suche misst, welche Websites in Twitter-Meldungen am häufigsten verlinkt werden, und ordnet die Ergebnisse danach an. Dabei soll auch die Vernetzung und Glaubwüdigkeit der Twitterer eine Rolle spielen.

Twitter als Nachrichtenbaromter

Twitter kontert damit nicht nur ein Übernahme-Angebot von Google vor einigen Wochen, sondern auch dessen Pläne, in Zukunft neben Webseiten auch Micromessaging-Dienste wie eben Twitter zu durchsuchen. Wie Twitter die Links aus den zahlreichen Linkverkürzern wie dem inzwischen offiziell favorisierten Bit.ly heraus analysieren will, verriert Twitter-Vizepräsident Santosh Jayaram noch nicht.

Twitter Search

Twitter-Suche erhält auf jeden Fall einen immer höheren Stellenwert. Sie präsentiert sich inzwischen ähnlich spartanisch wie die Google-Suche, zeigt auf der Startseite aber auch die heißesten Trend-Themen stichwortartig an. Neben der Twitter-Suche, Twingly und All140 gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Nachrichtenbarometern, die Twitter auf häufige Tweets hin durchsuchen, zum Beispiel Twittl und Dwitter für deutsche Tweets.

Auch Twitter weiß alles über uns

Aufgrund der gleichen Pläne würden Twitter und Google durchaus zusammen passen. Die Frage ist nur, ob Twitter der Webwelt nicht damit einen Gefallen täte, eigenständig zu bleiben. Der Kurznachrichtendienst ist mehr als nur ein Hype, mit einer Websuche würde Twitter auch für Nicht-Mitglieder interessant und könnte sich durch Kontext-Werbung sogar refinanzieren. Und wir hätten endlich ein Gegengewicht zur allmächtigen Google-Suche. Wobei wir nicht vergessen dürfen, dass auch Twitter alles über seine Mitglieder weiß – wir verraten es dem Unternehmen täglich in unserem Tweets.

Ein Gedanke zu „Twitter – bald eine weitere Suchmaschine, die alles über uns weiß?“

  1. “Wobei wir nicht vergessen dürfen, dass auch Twitter alles über seine Mitglieder weiß – wir verraten es dem Unternehmen täglich in unserem Tweets.”

    Naja ich würde mal behaupten, das kann man aber auch eingrenzen. Wenn man beim Twitter Account seine echten Namen und Daten eingibt ist man selbst Schuld. Mit einem Twitter Account MaxMustermann737370 und Namensdaten wie beispielsweise Fantasienamen die aber auch nix mit der eigentlichen Identität des users zu tun haben, kann man dem aus dem Weg egehen, denn auch Twitter weiß NICHT (!) wer sich hinter user “MaxMustermann737370″ in der “real” World verbirgt. Oder glaubst du ich heiße wirklich Kollibassa? ;-) :-P

    Alles geht! – Man muss nur aufpassen mit seinen “echten” Daten

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