McDonald’s: Dauersurfer stören den Burgerverkauf

Kundenbindung ist eine Sache – Kundenbelagerung eine andere. McDonald’s lockte Kunden mit Gratis-WLAN, und die Franchisenehmer in Australien haben nun mit den Konsequenzen zu kämpfen: Die surfenden Kunden belagern die Plätze, die dann wiederum hungrigen Kunden fehlen, die lediglich eine Mahlzeit einnehmen wollen. freshzweinull hat bei McDonald’s Deutschland den hiesigen Status Quo erfragt.

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Das Angebot mit dem kostenlosen Webzugang bei McDonald’s wird allzu gerne genutzt. Surfende Gäste bleiben jedoch im Durchschnitt mehr als dreimal länger im Restaurant und bereiten den Betreibern damit Kopfzerbrechen, wie das australische Technik-Portal ITnews berichtet. In den australischen Filialen der Fast-Food-Kette gibt es den Gratis-WLAN-Zugang seit einem halben Jahr. „Mittlerweile haben wir die Anzahl von einer Million Usersessions erreicht. Bis Ende des Jahres erwarten wir eine Zahl von knapp vier Millionen”, berichtet Anthony Rosenkowitz, zuständiger IT-Projektmanager bei McDonald’s Australien. Die durchschnittliche Dauer einer Session betrage 35 Minuten, während ein Gast, der nur isst, lediglich zehn Minuten auf dem Platz verweilen würde.

Deutschland: WLAN-„Happy Hour“ beliebt, aber wohl kein Problem

In Deutschland bietet McDonald’s gemeinsam mit T-Mobile seit Ende Januar eine WLAN-„Happy Hour“, in der kostenlos gesurft werden kann. Danach können die Gäste zu den üblichen HotSpot-Tarifen online gehen. Das Angebot war zunächst nur auf den Bereich der McCafés beschränkt. Weil es sehr gut von den Gästen angenommen wurde, gilt es mittlerweile überall und in allen rund 1.350 deutschen McDonald’s Restaurants, erklärt Martin Nowicki, Department Head External Communications bei McDonald’s Deutschland, gegenüber freshzweinull.

McDonald's

Die Probleme der Franchisenehmer in Australien kann er nicht nachvollziehen: “Das Feedback auf das neue WLAN-Angebot ist bisher durchweg positiv – sowohl von Seiten der Gäste als auch der Franchise-Nehmer. Wir sehen die WLAN-„Happy Hour“ als einen zusätzlichen Service für unsere Gäste während ihres Aufenthalts im Restaurant und nicht als ausschließlichen Anreiz für den Besuch. Und unsere Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass unsere Gäste das ähnlich sehen“, betonte er.

Nun könnte man ja unterstellen, dass in Deutschland bewusst nur eine Stunde umsonst gesurft werden kann, um die Gäste nicht zu längeren Aufenthalten zu ermutigen (wobei ja die Australier schon bei 35 Minuten verzweifeln). Nowicki sieht die Stunde jedoch nicht als Einschränkung, sondern quasi als Geschenk: „Wie gesagt ist der Gratis-Zugang für die erste Stunde ein zusätzliches Serviceangebot für unsere Gäste“, wiederholte er befragt nach dem Zeitlimit. Nach Ablauf der Happy Hour verweist er auf die HotSpot-Tarife.

2 Gedanken zu „McDonald’s: Dauersurfer stören den Burgerverkauf“

  1. Ich finds praktisch, aber die ganze Stunde hab ich erst einmla geschafft, da war ich dreimal am Tag im Restaurant

  2. Ich finde es auch wirklich gut, dass McDonalds dieses Angebot bietet. Immerhin befinden sich sehr viele McDonalds Restaurants an Bahnhöfen und Flughäfen. Da man hier des öfteren mal eine oder mehr Stunden warten muss ist ein einstündiger, kostenloser Internetzugang eine tolle Sache. In stets überfüllten Filialen kann ich es mir allerdings durchaus vorstellen, dass durch dieses Angebot ein Platzmangel herrschen kann…

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