Apple: Werbung kann Spaß machen – aber nicht in Deutschland
20. Mai 2009 - Christina Gerling
Wir haben ja über das Werbe-Duell zwischen Apple und Microsoft berichtet: Apple setzt seine Get-a-Mac-Werbespots gegen die Laptop-Hunters-Kampagne von Microsoft und umgekehrt. Mittlerweile sieht es aber so aus, als hätte Apple die Nase vorn – zumindest was die originelleren Spots und die Online-Werbung betrifft.
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Die Werbespots mit den beiden klischeehaften Charakteren “Mac” und “PC” sind nicht nur witzig (und oft zudem wahr), sondern werden auch immer origineller.
Unerwartete Einmischung von der anderen Seite
So war gestern auf der Startseite der New York Times der neueste Get-a-Mac-Werbespot zu bewundern. “Mac” und “PC” unterhalten sich in einem Flash-Banner auf der rechten Seite über eine Umfrage, nach der “Mac” in Sachen Kundenfreundlichkeit führend ist. “Mac” hält die Umfrage für sehr verlässlich, “PC” möchte zu diesem Thema aber lieber noch andere Meinungen einholen. Während die beiden noch diskutieren, meldet sich plötzlich ein Kollege aus einer (vermeintlichen) Haarwuchsmittel-Werbung zu Wort. Von der gegenüberliegenden Seite der Website aus mischt er sich in das “Mac” – “PC”- Gespräch ein. Sowohl sein haarloses als auch sein neues, wieder mit Haaren bestücktes Ich finden, dass “Mac” viele Vorteile gegenüber “PC” hat.
Apple-Spots in Deutschland eher humorlos
Im Gegensatz dazu geht es in der deutschen Version der Mac-Flash-Banner wesentlich ernster zu. Zum Beispiel konnte man auf web.de eine MacBook-Werbung sehen, die sich ebenfalls auf mehr als nur der vorgegegebenen Werbefläche ausbreitet. Hier wurde das “grüne” MacBook angepriesen, das durch extrem langlebige Batterien sehr umweltfreundlich sein soll. Sicherlich ist das auch eine wichtige Information – aber lustig ist es nicht:
Und genau das ist der Punkt. Im Vergleich zu den amerikanischen Get-a-Mac-Werbespots, bei denen die Vorteile ja auch klar übermittelt werden, fehlt bei dem deutschen Pendant einfach noch das Originelle. Damit sich Nutzer die Werbespots wirklich bis zum Ende anschauen, bedarf es etwas mehr als die pure Nutzenargumentation – auch wenn sie schick animiert ist. Vermutlich werden die Werbestrategen von Apple schon ihre Gründe gehabt haben, ihre Spots hierzulande ernsthafter zu gestalten. Ein Stichwort wäre hier vielleicht auch “vergleichende Werbung”, die ja in den USA wesentlich extremer praktiziert wird, aber etwas Humor schadet auch in Deutschland nicht!
Randnotiz: In Sachen Humor mögen die Apple-Werbespots denen von Microsoft überlegen sein, Redmonds Laptop-Hunters-Kampagne zeigt offenbar trotzdem Wirkung. Laut dem YouGov BrandIndex hat Microsoft Apples iMac und Mac Mini in Sachen positiver Wahrnehmung überholt, seit die Kampagne läuft.




Das liegt bestimmt an dem blöden Klischee, dass der Deutsche an sich humorlos ist. Ich jedenfalls würde mich über Get-a-Mac-Spots auch in Deutschland freuen!