Vine: Microsoft plant Twitter-ähnlichen Katastrophendienst
28. April 2009 - Jürgen Vielmeier
Diesmal wollten wir eigentlich nicht in den Reigen der Microsoft-Spötter mit einstimmen, aber die Jungs machen es einem einfach nicht leicht. Im Mai will Microsoft “Vine” als Beta-Test starten, einen Dienst, der Menschen darüber informiert, wenn Freunde in Not sind oder Katastrophen hereinbrechen. Das passt zur gerade grassierenden Schweinepest und erinnert nicht zufällig an Twitter.

Katastrophenschutz nur als Tarnung?
Die Beschreibung von Vine klingt zu Anfang nicht schlecht. Die Orte, über die man informiert werden will, erscheinen mitsamt Neuigkeiten aus 20.000 Nachrichtenquellen auf einer Karte. Warnungen der US-Behörde sollen ebenso erscheinen wie Neuigkeiten der Freunde. Wer das filtern soll, wird aus der Beschreibung nicht klar. Und dass noch mehr dahinter steckt, offenbart der letzte Halbsatz der offiziellen Beschreibung: “Sie werden wissen, wenn die Menschen, die Ihnen etwas bedeuten, Ihnen eine Warnung, eine Nachricht oder einen Bericht zukommen lassen oder ihren Facebook-Status updaten.”
Das klingt vor allem nach viel Rauschen und einem Mix aus Twitter und FriendFeed. Noch dazu soll die Vine-Software, die als Client auf dem Rechner läuft, zusammen mit dem notwendigen .Net-Framwork stolze 600 MByte Speicherplatz auf dem Rechner fressen. Auch das vermeintliche Plus mit dem Katastrophenschutz zieht nicht wirklich. Das könnten Twitter und Facebook im Falle eines Falles dank hervorragender Vernetzung und Millionen von Nutzern ebenso gut, wenn nicht besser.

Schlecht geklont ist halb verloren
Scheint also wieder einmal wenig durchdacht. Microsoft will Vine übrigens nicht als ein “Social Network” verstanden wissen, sondern als “Societal Networking Service”, wo auch immer da der Unterschied liegt. ZDnet-Bloggerin Mary Jo Foley schreibt dazu:
“Wie auch immer man es nett, ich leide schon lange unter einer Überbelastung an Social Networks. Was ist mit Ihnen?”
Ja, wir auch. Zumal sich mit Quub noch ein weiterer Twitter-Klon gerade auf den Weg macht. Es ist ja nicht so, dass es an Twitter und Facebook nichts zu verbessern gäbe. Aber einfach das Konzept ein wenig umstricken und zwei Jahre zu spät damit auf den Markt kommen? Die Strategie kann nicht wirklich von Erfolg gekrönt sein.




Ja, wir auch. Zumal sich mit Quub noch ein weiterer Twitter-Klon gerade auf den Weg macht. Es ist ja nicht so, dass es an Twitter und Facebook nichts zu verbessern gäbe. Aber einfach das Konzept ein wenig umstricken und zwei Jahre zu spät damit auf den Markt kommen? Die Strategie kann nicht wirklich von Erfolg gekrönt sein.
zudem noch völlig überladen und unübersichtlich das ganze.
Schweinepest? Es ist doch Schweinegrippe, oder? Auch wenn im ARD eher eine Sportschau Extra zum Klinsmann-Rausschmiß gesendet wird als zur Finanzkrise oder zur … SchweineGRIPPE, sollte man diese Unterscheidung doch noch machen.
Tröpfcheninfektion in virtuellen Netzwerken..?