Twitter schon wieder auf dem absteigenden Ast?

Twitter ist nicht für alle. Während der März als der erfolgreichste Monat in die Geschichte des Mikronachrichtendienstes einging, wird der April dem dank des Wettrennens um die erste Twitter-Million zwischen CNN und Ashton Kutcher wohl in nichts nachstehen. Millionen von neuen Nutzern kamen hinzu, und selbst Stars lassen sich zum Twittern hinreißen. Dabei wird es nach Ansicht von Nielsen Online aber auch bleiben. Und liest man die Zeichen der Zeit anders, könnte Twitter doch nur ein Strohfeuer sein – wenn man so will.

Nur 40 Prozent der Nutzer, die sich bei Twitter anmelden, nutzen den Dienst aktiv. Über 60 Prozent kommen gar nicht wieder. Hohe Absprungzahlen bei Social Networks sind in der Regel nichts Ungewöhnliches. Laut Nielsen Online sind sie aber gerade bei Twitter deutlich höher als bei Facebook und MySpace. Ein Problem bei Twitter könnte sein – das sagen wir, nicht Nielsen Online -, dass man dort nicht an die Hand genommen wird. Bei Facebook und MySpace kann man gleich viele Funktionen ausprobieren; Facebook bietet dem Neuling außerdem an, das E-Mail-Adressbuch nach möglichen Freunden zu durchsuchen. Bei Twitter muss man sich die ersten Freunde verhältnismäßig mühsam zusammen suchen. Das wird mit der Zeit leichter, nur aller Anfang ist schwer.

Twitter zu langweilig, auf dem absteigenden Ast? Nicht wirklich.

Nielsen Online bemängelt außerdem eine Reizüberflutung: Viele Neulinge sind mit dem Filtern überfordert und haben das Gefühl, ihre Zeit zu verschwenden. Prominentestes “Opfer”: Oprah Winfrey. Die beliebte Talkmasterin stieg in etwa zur Zeit des Kutcher-gegen-CNN-Rennens bei Twitter ein und trug entscheidend mit zum Hype des Dienstes bei. Nun aber hat sie für ihre fast 700.000 Follower seit mehreren Tagen nichts Neues geschrieben. In elf Tagen nur 20 Tweets. Der Branchenblog “Silicon Alley Insider” vermutet bereits, dass Twitter Winfrey zu langweilig geworden ist.

We Follow Charts
Twitter-Charts von WeFollow.com vom 29. April: Kein Abwärtstrend erkennbar.

Trotzdem: Dass Twitter nun auf dem absteigenden Ast wäre, können wir hier nicht unterschreiben. Erst gestern Nacht hat mit Barack Obama bereits der fünfte Twitterer nach Ashton Kutcher, CNN, Britney Spears und TheEllenShow die Marke von einer Million Follower überschritten. In Deutschland steht der Boom erst noch bevor. Aber immer mehr Nachrichtenmagazine nutzen Twitter jetzt auch als Nachrichtenkanal. Neuestes Beispiel: Winfuture und die US-Version von Google News. Twitter ist noch lange nicht tot. Der Riesenhype ist jetzt erst einmal vorbei, aber das Wachstum wird weiter gehen.

4 Gedanken zu „Twitter schon wieder auf dem absteigenden Ast?“

  1. In 11 Tagen nur 20 Tweets? Ich find das ist ne Menge, für nen Promi. Wer will schon jede kaffee-trink-zähne-putz-aktion lesen, es geht um prägnante kurze infos, und nicht status-spam.

    Die hohe “Absprungrate” kann man nicht mit sozialen Netzen vergleichen, mehr so als würde man sich ein SMS-fähiges Handy kaufen und dann keine SMS schicken. Und bei dem Vergleich sind 40% erstaunlich hoch. Ich finde die Zahl zeigt gerade, dass der Dienst viel Charme hat, und eine inaktive Phase schließt bei weitem nicht aus, dass man später aktiver wird. Ich hatte am Anfang auch eher ne Durststrecke, aber irgendwann springt der Funke über.

    Ich hab das Gefühl, Nielsen wollte da unbedingt Kritikpunkte finden, damit sie ne Meldung zusammenkriegen :D

  2. Ich denke, dass Nielsen lediglich die Domain, bzw. Seite twitter.com monitored hat. Nicht jedoch das Gezwitscher und schon mal gar keine Clients.

    Ich denke nicht das Nielsen alle neuen Anmeldungen auf deren Aktivitäten überprüft hat.

    Insofern ist die Nielsen PR dahingehend uninteressant….

  3. Ashton Kutcher hat jetzt mitlerweile fast 2 Millionen Follower. Ich denke nicht, das Twitter auf dem absteigenden Ast ist.
    btw. hab gehoert, dass Nilson wegen seiner Studie ziemlich in der Kritik steht.

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