sapodo: Live-Expertenwissen für tief greifende Probleme

Wissensaustausch ist eine der wichtigsten Nutzungsformen des Internets. In der „Urform“, zum Nachlesen und Mitgestalten, fällt mir natürlich direkt Wikipedia ein. Aktive Frage- und Antwortportale wie Wer-weiss-was.de oder LycosIQ sind natürlich nicht mehr wegzudenken. Noch einen Schritt weiter geht sapodo.com, das beim Elevator Pitch des 2nd Cologne Web Content Forums (wir berichteten) knapp am Sieg vorbei schlitterte. Das Portal setzt auf die aktive Vermarktung von Wissen mit Live-Kommunikation.

Als „erster weltweiter Internet-Marktplatz für Wissen, Können und Erfahrung“ bezeichnet sich sapodo selbst. Das Angebot basiert auf der Tatsache, dass jeder Mensch über Wissen verfügt, das für andere hilfreich sein kann. Ein Anwalt kann natürlich Beratungsleistungen in seinem Fachgebiet zur Verfügung stellen, ein passionierter Briefmarkensammler vielleicht etwas zu einer bestimmten Marke verraten, oder ein Porzellanliebhaber Tipps geben, wie man die Echtheit der Ware prüft. sapodo will nun Angebot und Nachfrage zusammen bringen und stellt dafür die Plattform bereit.

Sapodo

Experten auf Abruf

Wer also gern sein Wissen teilen möchte, stellt ein Angebot ein. Darin umschreibt er, was er genau kann, zu welchen Zeiten er verfügbar ist, und natürlich, was sein Service kostet. Zum Beispiel bietet ein Hobby-Sammler Gutachten für militärische Antiquitäten, ist Montag bis Freitag von 22.00 Uhr bis 23.00 Uhr erreichbar und will 5 Euro für 15 Minuten Beratungszeit. Der Interessent vereinbart online einen Termin und bekommt das Wissen im Rahmen einer Live-Konferenz vermittelt. Hierfür ist keine zusätzliche Software notwendig, nur Computer, Internet, Webcam und Mikrofon. Außerdem ermöglicht die Plattform die Online-Zusammenarbeit an Dokumenten, Bildern und Präsentationen mit Bild und Ton sowie Application Sharing und Remote Desktop.

Geschäftsmodell steht

Die Anmeldung bei sapodo ist kostenlos. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft, dank derer man dann zum Beispiel nachvollziehen kann, wer das eigene Profil oder die eigene Anzeige besucht hat. Beim Einstellen eines Angebotes wird einmalig eine Gebühr fällig, die von der ausgewählten Kategorie, dem Land und der Einstelldauer des Angebotes abhängig ist (entfällt in der derzeitigen Beta-Phase noch). Zusätzlich erhält sapodo einen Teil des Geldes, wenn ein User das Angebot eines Experten nutzt.

Noch viel zu tun

Wie bereits angedeutet, befindet sich das Angebot noch in der Beta-Phase. Es gibt noch zu wenige Profile, als dass man sich ein wirkliches Urteil über die Qualität der Angebote bilden könnte. Es scheint ein Bewertungssystem zu geben, sodass „schwarze Schafe“ von der Community ausgemerzt werden. Interessant ist der internationale Ansatz: Spaghettikochenlernen direkt vom Italiener? Bonsaischneiden vom Japaner? Momentan ist aber alles noch auf deutsch.


Die Plattform selbst eignet sich vom Konzept her wohl eher für tiefer greifende Probleme denn für schnelle kurze Fragen. Da ist der User weiterhin besser mit Wer-weiss-was.de, Yahoo Answers, Wikia Answers oder LycosIQ bedient, bevor er erst einmal einen Online-Beratungstermin vereinbart. Zumal bei diesen Plattformen Wissen nach wie vor gratis geteilt wird. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass es eine Nische für sapodo gibt. Der Internet-Marktplatz hat aber noch viel Arbeit vor sich.

Ein Gedanke zu „sapodo: Live-Expertenwissen für tief greifende Probleme“

  1. Ist vielleicht für den (seltenen) Einzelfall ganz nützlich, wird sich aber meiner Meinung nach bei der großen Masse nicht durchsetzen.

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