Partyradar: Citysense misst via GPS, was in San Francisco los ist

Vor ein paar Monaten haben wir hier in der Theorie vorgestellt, wie eine Art Partyradar mit Mobilfunk und GPS funktionieren könnte. Schön zu sehen, dass es jetzt einen fantastischen Ansatz gibt, die Idee umzusetzen, die natürlich auch noch andere Leute hatten. Von Sense Networks gibt es nämlich jetzt das Handy-Tool Citysense. Es misst anhand von über 4.000 anonym ausgewerteter GPS-Sensoren, wo sich in der Innenstadt von San Francisco gerade die meisten Menschen aufhalten. Das Tool gleicht die Adressdaten mit Google Maps und Yelp ab und kann dadurch herausfinden, wo Partys stattfinden – und wie viel dort los ist.

CitysenseViel los im Vergleich zu gestern Abend?

Citysense steht als kostenloses App für iPhone und Blackberry zur Verfügung. Zurzeit misst die Software nur die Aktivitäten in San Francisco. Weitere Städte sollen demnächst folgen, als nächstes New York City.

Die Idee ist genial: Wenn viele Menschen sich auf engem Raum einfinden, kann es sich zumindest nachts in einer Ausgehmeile um wenig anderes handeln als um eine Party oder eine gute besuchte Bar beziehungsweise einen Club. Weil GPS auf dem Handy immer mehr zum Standard wird, kann man anhand dessen ablesen, wo sich die meisten Menschen tummeln.

Davon ausgehend, dass niemand gezwungen wird, auf einer Party zu bleiben, auch wenn es ihm nicht gefällt, kann Citysense getrost als Stimmungsbarometer verstanden werden. Das App kann darüber hinaus Vergleiche anstellen, zum Beispiel ob heute mehr los ist als vergangene Woche Mittwoch, oder wo in den vergangenen 24 Stunden die meisten Menschen unterwegs waren.

In Friedenszeiten ein wunderbares Tool, aber in Krisenzeiten …

Zu unterscheiden wäre noch die Party-Klientel, weil Rock-Fans vermutlich ungern auf eine Trance-Party gehen. Dafür arbeitet Citysense daran, die Nutzer in so genannte “Tribes” zu unterteilen und die Ergebnisse genauer zu spezialisieren. Dafür greift Sense Networks auch auf demografische Dateien der US-Zensusbehörde und Adressdaten von Unternehmen zurück.


Der Nachteil des Ganzen ist zumindest in Friedenszeiten gering, da die GPS-Daten anonym ausgewertet werden, und GPS sich in den meisten Handys auf Wunsch ausschalten lässt. Aber auch wenn es morbide klingt: In weniger friedlichen Zeiten könnte verfeindeten Ländern oder Terroristen wahrscheinlich gar nichts Besseres in die Hände fallen, um Sprengsätze oder Raketen genau zu platzieren. Daran sollte man – bei aller Begeisterung für Citysense – auch einmal denken.


2 Gedanken zu „Partyradar: Citysense misst via GPS, was in San Francisco los ist“

  1. Hey!

    Das ist mal eine Idee! Immer zu wissen wo die größte Party abgeht, kann in einer großen Stadt wie San Francisco schon ein Vorteil sein! Schade nur, dass ich kein Iphone habe, aber bald schon in SF bin.
    Naja, wünsche jedem Besitzer dieses kleinen abere feinen Tools viel Spass bei der Party!

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