Im Test: Das Blackberry Storm – solides Touchscreen-Handy, mehr leider nicht

Ende letzten Jahres war das Geschrei groß, als Smartphone-Primus Research in Motion (RIM) das Blackberry “Storm” veröffentlichte, sein erstes Touchscreen-Handy ohne eingebaute Tastatur. Es folgten sehr widersprüchliche Kommentare der Besitzer zu unserem Beitrag. Während einige das “Storm” am liebsten zurückgeben wollten, priesen andere es als echte iPhone-Alternative. Klar, dass wir Infos aus erster Hand brauchten und das Gerät einmal testen wollten. Das haben wir jetzt getan und sind dem Storm seitdem nicht abgeneigt. Begeisterung mag aber trotzdem nicht so recht aufkommen.

Blackberry StormDer Touchscreen ist das Schmuckstück des Storm

Was im Dezember viel kritisiert wurde, stellte sich bei unserem Test als der größte Pluspunkt des Storm heraus: die auf dem Touchscreen eingeblendete Tastatur. Anders als bei Apples iPhone gibt die Tastatur im Storm eine Rückmeldung bei jedem Tastenanschlag und damit das Gefühl, eine echte Tastatur zu benutzen. Das Tippen fiel mir damit auf Anhieb viel leichter als beim iPhone oder iPod touch.

Auch sonst macht der Touchscreen beim Storm den besten Eindruck: navigieren ähnlich wie beim iPhone, nur mit etwas mehr Druck. Die Bildqualität ist außerdem hervorragend: Hier würden mobiles Fernsehen und Video richtig Spaß machen.

Kein WLAN, viele Abstürze

Trotzdem: So richtig mag man sich mit dem Storm nicht anfreunden, was sicherlich auch dem Fakt geschuldet ist, dass man es zwangsweise mit dem deutlich besseren iPhone vergleicht. Das Storm braucht beim Einschalten mehrere Minuten, bis es hochfährt. Die Funktionen, vor allem die Apps, starten ebenfalls sehr langsam – was nicht an unserer überwiegend ordentlichen Vodafone-Testverbindung lag. Mit Apps tut sich das Gerät sehr schwer, nicht selten stürzt es ganz ab; Software-seitig ist es dem iPhone einfach unterlegen.

Das größte Manko ist aber die fehlende WLAN-Fähigkeit. RIM hat sie, wohl auf Wunsch des US-Mobilfunkpartners Sprint, gar nicht erst eingebaut. Das verhindert es allerdings, Videocontent wie von YouTube oder RIMs neuem Serienportal tatkräftig zu nutzen, was sicher auch nicht im Sinne des Herstellers ist.


Spaßfaktor fehlt. Wird die zweite Generation besser?

Das Blackberry Storm ist weit davon entfernt ein schlechtes Smartphone zu sein – es macht nur einfach wenig Spaß. Man kann sich zu allen Anwendungen durchhangeln, wie zum Beispiel Google Maps mit GPS-Unterstützung und ordentlichen Instant-Messenging- und Twitter-Clients wie Yatca. Man wird nur nicht dazu eingeladen. Das Look and Feel kann mit dem iPhone einfach nicht mithalten.

Die zweite Version des Storm soll irgendwann in der zweiten Jahreshälfte herauskommen. Die wird dann hoffentlich die kürzlich – zumindest in den USA und Kanada – gestartete und längst überfällige App World mit an Bord haben. WLAN und eine bessere Benutzerführung bitte auch.

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