Do you Poken? – Netzwerken mal anders

Die erste Frage, die sich sicherlich vielen Menschen stellt, ist: Was ist denn überhaupt ein Poken? Also, ein Poken ist zunächst einmal ein kleiner USB-Stick (mit einer etwas zu niedlich gestalteten Kappe) des gleichnamigen Schweizer Start-ups. Mit dem Poken soll das lästige Austauschen von Visitenkarten und das Suchen in sozialen Netzwerken bald der Vergangenheit angehören, denn es fungiert als elektronische Visitenkarte mit Benutzerprofil, mit der aber auch noch weitere Informationen wie Bilder und soziale Netzwerke verknüpft werden können.

Poken Verbindung mit sozialen Netzwerken

Vor der ersten Aktivierung des Pokens muss sich der Nutzer auf der Poken-Website ein eigenes Benutzerprofil anlegen. Dadurch kann dort nach und nach ein eigenes Netzwerk von Poken-Nutzern entstehen. Das Schöne an Poken ist, dass man nicht nur auf dieses Netzwerk beschränkt ist. Eine Reihe weiterer Netzwerkprofile, wie von Facebook, Xing oder Twitter können durch Eingabe der Login-Daten eingebunden werden. Ein kleines Logo der einzelnen Netzwerke wird dann auf der eigenen Poken-Card angezeigt, über das man per Klick auf das entsprechende Profil gelangt.

Das “High-Four”

Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken können sich Poken-Nutzer genau in dem Augenblick vernetzen, in dem sie einander gegenüber stehen.  Man macht einfach einen “High-Four” mit den beiden Poken-Händen (“High-Four” wegen der vier Finger des Pokens), denn im Arm des Pokens befindet sich zusätzlich noch ein RFID-Chip zur kontaktlosen Datenübertragung. Befinden sich also zwei Poken Handfläche an Handfläche, verbinden sie sich über Funk innerhalb von Sekunden. Leuchten die Handflächen dann grün auf, so besteht die Verbindung, und die Daten können ausgetauscht werden. Hinterher nur noch per USB  mit dem Onlineprofil synchronisieren und schon lässt sich der neue Poken-Freund in den Kontakten finden, und man kann sich in den angegebenen Netzwerken mit ihm verbinden.

Poken

Großes Potenzial, Design noch ausbaufähig

Alles in allem ist das Poken sicherlich ein äußerst nützliches Gadget, welches für einen Kaufpreis von 14 Euro auch noch günstig ist.  Was noch stört, ist die Optik des Pokens. Sie wirkt zu kindlich für die professionelle Nutzung, vor allem im geschäftlichen Bereich, wo der Gebrauch von Pokens vermutlich auch sinnvoll wäre. So ist es schwer vorstellbar, dass sich große Unternehmen mit Poken in Form einer niedlichen Biene oder eines Pandas anfreunden können.

12 Gedanken zu „Do you Poken? – Netzwerken mal anders“

  1. Was mich an diesem Artikel mal wieder stört, ist, daß der Datenschutz wie immer mit keinem Wort erwähnt wird. Ich habe diesbezüglich sehr große Bedenken.

  2. Ich bin auch ein Poken-Benutzer und bin gespannt ob sich dieses “Gadget” außerhalb der Web 2.0-Anhänger durchsetzt. Warten wir ab …

  3. Die Frage nach der Datensicherheit ist sicherlich berechtigt. Genau das war gestern auf dem Webcontentforum ein Thema und wurde auch auf dem BarCamp Ruhr in Essen am vergangenen Wochenende angesprochen.

    Ich denke, wer seine Daten ins Netz stellen möchte, der sollte sich vorher unbedingt die AGBs und Datenschutzbestimmungen der einzelnen Anbieter durchlesen. Anscheinend tun das leider nur sehr wenige. Und erstaunlich ist auch, dass sich anscheinend viele Leute bewusst darüber sind, wie offen sie mit ihren Daten umgehen und wie damit gearbeitet wird. Und trotzdem geben sie bereitwillig viel von sich preis.

    Ich bin der Meinung, dass jeder ja frei entscheiden kann, an welchen Social Network Aktivitäten er teilnimmt und wo nicht. Eine große Aufgabe aller Beteiligten (nicht nur in Bezug auf den Poken) ist sicherlich, die Sensibilisierung der Datenfreigaben zu verbessern. Wie heisst es schön, das Netz ist wie eine Zahnpasta-Tube: Was erstmal (aus der Tube) raus ins Netz gequetscht wurde, geht nie wieder zurück in die Tube.

    Auf dem Poken bzw. der eigenen “Poken-Visitenkarte” kann auch selbst entscheiden, welche Daten man gesammelt weitergeben und welche nicht. Ein Thema was sicherlich einerseits heikel erscheint, aber anderseits der Sicherheit dient: Man muss (teilweise) seine Passwörter eingeben, um die Verknüpfungen zu den Plattformen zu erstellen. Damit wird aber auch gewährleistet, dass nicht irgendwer irgendwelche Visitenkarten anlegt.

    Ich finde diesen “Poken” sehr interessant und bin gespannt auf das Geschäftsmodell und neue Designs, mit denen man sich auch mal “auf der Straße” blicken lassen kann. Der (gewollte) Datenaustausch untereinander wird dadurch viel einfacher.

  4. @Renate mir geht es nicht um die im Netz stehenden Daten. Mir geht es um die Technik des Pokens. Mir fallen auf Anhieb einige Möglichkeiten ein, damit Unsinn zu treiben. Die RFID-Technik lädt geradezu dazu ein, die Daten *unautorisiert* und *unbemerkt* runterzuladen oder evtl. sogar zu *manipulieren*, wenn das nicht richtig abgesichert ist. Ob es das ist, kann ich natürlich so nicht beurteilen, aber Beispiele aus der Vergangenheit haben mich gelehrt, da äußerst skeptisch zu sein. Ein Beispiel ist die elektronische Gesundheitskarte. Die RFID-Spezifikationen liegen offen, und es ist kein Geheimnis mehr, daß jeder mit etwas technischem Sachverstand die Karte unbemerkt wird auslesen können. Warum sollte so etwas nicht auch hier passieren können? Ich finde, solche Probleme sollten in einer Besprechung dieser Geräte auch angesprochen werden!

  5. @Alex Schestag: Das Thema Datensicherheit erscheint mir bei diesem Thema nicht besonders heikel, und ich kann deine Aufregung deswegen nicht ganz nachvollziehen. Du bekommst Zugang zu einem öffentlichen Profil deines Kontaktes, das mit einem Profil bei Xing oder Facebook zu vergleichen ist. That’s it. Sollen wir jetzt bei jedem Mal, wenn wir über Social Networks berichten, dazu schreiben, dass auch böse Journalisten, Chefs oder Personaler die Profile einsehen können? Denn die scheinen ja offenbar die Welt zu regieren. Das Thema RFID kann in der Tat noch ein heikles werden. Allerdings bist du damit nicht besser ortbar als mit einem (selbst ausgeschalteten) Handy, das du ja vermutlich auch besitzt.

  6. @Redaktion Es gibt mit den Default-Einstellungen, insbesondere mit dem Auto-Login, ganz erhebliche Sicherheitsprobleme. Aber auch ohne Auto-Login gibt es Schwierigkeiten. Ich verweise der Einfachheit halber einfach mal auf den schönen Artikel “Poken Peek” auf http://blog.didierstevens.com/2009/03/26/poken-peek/. Die schwache Verschlüsselung z. B. ist für mich schon ein Knock-Out-Kriterium. Ich bin nach wie vor der Meinung, daß ein Artikel über das Poken so etwas auch diskutieren muß.

Kommentare sind geschlossen.