Wochenendgezwitscher: Meine Dateien gehören mir

Online-Festplatten wie Wua.la, Dropbox und aDrive schießen zurzeit wie Pilze aus dem Boden. Viele unserer Leser scheinen sie schon lange zu benutzen – würden ihre Daten aber nicht gerne mit anderen teilen. Das ist das Ergebnis unseres jüngsten Wochenendgezwitschers.

Es liegt ja eigentlich nahe: Auf Wer-kennt-wen.de oder Facebook haben wir unsere Daten preisgegeben: Wie wir aussehen, was unsere Hobbys sind, was wir machen. Eigentlich ein konsequenter Schritt, auch unsere Dateien mit allen zu teilen: Fotos, interessante Word-Dokumente, unsere Musiksammlung, witzige E-Mails. Nach dieser Ausgangsthese hatten wir uns beim jüngsten Wochenendgezwitscher auf eine kontroverse Diskussion gefreut. Aber dann waren sich irgendwie alle einig, und selten hat jemand Vor- und Nachteile eines Themas so direkt und schlüssig auf den Punkt gebracht, wie Alexander Schestag:

Sowas ist nur für Dateien gut, die wirklich JEDER haben kann, und dann tut es auch jedes x-beliebige Filesharing-Portal, die es schon seit Jahren gibt. Für alles andere ist davon DRINGENDST abzuraten.

In die gleiche Kerbe schlägt Bulldrinker:

Das wird dann wahrscheinlich die nächste Stufe des Web 2.0 sein, allerdings frage ich mich, ob das nicht ein bisschen zu weit führt! Aber praktisch zum Austausch unwichtiger Sachen ist es schon!

Genau das ist nämlich der springende Punkt. Wichtige Dateien sollte man tunlichst für sich behalten, raten die meisten unserer Leser aus Erfahrung. Für alles andere können Online-Festplatten ein schnelles Filesharing-Tool sein, sobald die Dateien sich erst einmal den langsamen Upstream heraufgequält haben.

f2.0-Leser Sebi und bL1zz nutzen derartige Cloud-Angebote schon seit geraumer Zeit, auch in Kombination mit Googles Office-Variante “Google Docs”. BL1zz dazu: “Zum Thema Datenschutz sollte jeder selbst wissen, welche Daten er wo von sich veröffentlicht – insbesondere private Daten.” Leserin Kathrin glaubt, dass vor allem Jugendliche die Gefahren noch nicht abschätzen können und deswegen in Online-Speichern Daten veröffentlichen, die sie lieber nicht teilen sollten.

Und um die Sache komplett zu machen: Auch über Twitter meldeten sich für das Wochenendgezwitscher drei Leser, die wie @reduxo und @jweck der gleichen Meinung sind: tolle Sache, aber bloß keine sensiblen Daten für alle veröffentlichen! OrangeSN bringt noch den Dienst Box.net ins Spiel und die Möglichkeit, Online-Speicher für gemeinsame Projektarbeit zu nutzen. Aber das geht schon wieder in eine andere Richtung.

Das Fazit haben uns damit eigentlich alle schon vorweg genommen: Online-Speicher sind eine prima Ergänzung, aber wer seine Dateien darüber mit anderen teilen möchte, sollte sich sehr gut überlegen, welche und mit wem.