Werbung auf Twitter: In Ausnahmen okay, für viele störend
30. März 2009 - Jürgen Vielmeier
Wir wollten es diesmal von Euch, den Betroffenen wissen: Haltet Ihr Werbung auf Twitter für störend, hat Twitter seine Jahre der Unschuld damit gar verloren, oder ist es in Maßen doch erträglich? Bei unserem jüngsten Wochenendgezwitscher sind die Meinungen gespalten. Einen echten Fürsprecher der Tweetwerbung, wie der Branchendienst Turi2 sie vergangene Woche eingeführt hat, suchen wir aber vergeblich.
Bulldrinker befürchtet, dass Twitter als werbefreie Bastion mit der Einführung von Werbe-Tweets nun gefallen ist:
“Wenn erst einer auf den Trichter kommt, zieht der andere bald nach und dann haben wir demnächst bei Twitter nur noch Werbung!”
“Der Untergang des Dienstes”
Ähnlich sieht es Ulrike Langer, die Turis Maßnahme in einem eigenen Blogeintrag vergangene Woche bereits kritisiert hat, und ihre Kritik auch bei uns wiederholt:
“Werbung mitten im Twitterstream ist für mich eine Vereinnahmung des redaktionellen Bereichs, dem ich auch nicht einfach durch ”unfollow” entgehen kann, weil mich die ‘echten’ turi-Tweets ja interessieren. Wenn sich die Werbung sehr in Grenzen hält: okay, wenn es denn sein muss. Ich befürchte aber, dass mit Nachahmern dann alle Dämme brechen.”
Der Webworker befürchtet gleich Schlimmstes für Twitter: “Wenns nicht zentral gesteuert wird, wirds der Untergang des Dienstes sein.” Hugo E. Martin findet Werbung in Tweets prinzipiell okay, fühlt sich im Falle von Turi2 aber übergangen:
“Followern, die Turi2 Info- und Eigenwerbung-Tweets abonniert haben, rotzfrech zu erzählen, dass man jetzt beschlossen habe, sie jetzt zu Geld machen (ohne zu fragen, ohne Opt-In oder wenigsten Opt-Out), da geht bei mir die Klappe zu, d.h. Un-Follow.”
“Wenn relevant und nicht zu oft, dann okay”
Blogger Gilly geht Twitter-Werbung speziell im Falle von Turi2 auf den Geist:
“Gegen Werbung in Maßen habe ich nichts, aber alle 4-5 Tweets mit Werbung um sich zu hauen und dann auch noch dreist auf die Seite mit den Preisen (250€ pro Tweet) zu verweisen, ist unglaublich nervig!”
Ein paar Fürsprecher von Turis Maßnahme haben wir dann aber doch gefunden, pikanterweise schreiben sie uns alle via Twitter. So zum Beispiel Medienberater Sebastian Oehlschläger: “Wenn nicht zu oft und relevant, ist Werbung ok. Beispiel: Wenn ich T-Mobile folge, ist Tarifwerbung ok.”
Ähnlich sieht es @Musikbessesener (sic!): “Solang es keine Überhand nimmt und es sich in Grenzen hält, finde ich es okay.”
Auch Christoph Wagner wäre mit Twitter-Werbung einverstanden: “Kommt auf die Art der Webung an. Im Tweetstream Werbung zu senden, wäre bei 1 Werbetweet/Tag okay für mich.”
Auf unseren Aufruf bei Twitter, ob mit Tweet-Werbung nicht auch dem Spam Tür und Tor geöffnet wird, antwortet Susanne Paschke übrigens: “Wie meinst du das? Twitter is doch schon eine riesen Spamplattform :)”
Vielleicht ist doch alles Ansichtssache …




Ein Nachtrag noch: Die Werbung sollte Relevanz haben, d.h. irgendwie in den Themenbereich des sonstigen Twitterns fallen. Ein Beispiel wäre wenn Techcrunch Werbung für freshzweinull.de machen würde;)
[...] erledigt er sich innerhalb von kurzer Zeit von selbst. Den Untergang von Twitter hatten ja schon einige prophezeit [...]
[...] so leicht filtern. Mit steigenden Nutzerzahlen wird der Kommunikationskanal Twitter auch für das Marketing und Spammer immer [...]