Via Webcam: Virtuelle Sheriffs überwachen die US-mexikanische Grenze

Croudsourcing mal ganz anders: US-Grenzschützer stellen Livecams ins Netz, damit Webnutzer aus aller Welt ihnen dabei helfen, die US-mexikanische Grenze zu überwachen. Als erste Erfolge melden die Initiativen das Aufspüren hunderter illegaler Einwanderer und die Beschlagnahmung von knapp einer Tonne Marijuana. Selbst Pub-Besucher in Australien sollen bei der Aktion mitmachen, meldet die Online-Ausgabe der britischen Tageszeitung “The Guardian”. Wer ein virtueller Sheriff werden will, muss sich nur per E-Mail registrieren.

Gleich drei Initiativen zur Web-Überwachung der Grenze stellt Guardian.co.uk vor. Während die US-Heimatschutzbehörde Homeland Security in Zusammenarbeit mit Boeing noch an einer wohl für die Öffentlichkeit geschlossenen Webüberwachung arbeitet, ist zumindest VirtualVigilance.org der American Border Patrol semi-öffentlich. Geschultes, ehrenamtliches Personal überwacht die Grenze in 30-Minuten-Schichten. US-Bürger können sich um einen Posten als Virtual Volunteer bewerben.

Texas Border

Virtuelle Sheriffs überwachen 15 Webcams

Richtig spannend für die Webgemeinde dürfte aber in erster Linie Texasborderwatch.com der Texas Border Sheriff’s Coalition sein. Nach einer kurzen Registrierung per E-Mail kann jeder eine der 15 Livecams verfolgen, die an strategisch wichtigen Punkten an der texanisch-mexikanischen Grenze postiert sind. Da die Grenze über 2.000 Kilometer lang ist, ist das natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dennoch sollen die “Virtual Deputies” den Gesetzeshütern schon tragfähige Hinweise im Falle illegaler Einwanderer und Drogenschmuggel gegeben haben. Hinweise kamen neben den australischen Kneipengängern angeblich schon aus Asien und Europa, aber hauptsächlich aus Texas, Arizona und New Mexico, drei der vier Grenzstaaten zu Mexiko. Gerade beim Drogenschmuggel fragen wir uns allerdings, wie man den wohl auf einer Webcam erkennen kann.

Anscheinend hat der US-Grenzschutz keine andere Wahl, als die Grenze mithilfe der ganzen Welt kontrollieren zu lassen. Denn ohne hier auf die Hintergründe wie das soziale Nord-Süd-Gefälle eingehen zu wollen: Das Grenzproblem besteht seit jeher und ist außer Kontrolle geraten: Illegale Einwanderung, Drogen- und Menschenhandel sowie Mord sind offenbar an der Tagesordnung. Die Grenze umfasst mehrere tausend Kilometer und soll von der Heimatschutzbehörde in dem acht Milliarden US-Dollar schweren Projekt mit Boeing bald komplett von bewegungssensitiven Videokameras überwacht werden.


 
 
 
 

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