Premiere schaltet Werbung: Ein Stück Ehrlichkeit
09. März 2009 - Jürgen Vielmeier
Ist Fernsehen einfach nicht mehr finanzierbar oder ist das einfach nur eine Frechheit? Der einst komplett werbelose Bezahlsender Premiere will künftig Formel-1-Übertragungen mit Split-Screen-Werbung unterbrechen. Dabei wird der Bildschirm für etwa 30 Sekunden zweigeteilt; im größeren Fenster erscheint die Werbung, im kleineren die Live-Übertragung. Gnädigerweise verzichtet der Bezahlsender erst einmal auf Werbung während der Live-Konferenz der Fußballbundesliga.
Auf der einen Seite kann man mit kurzen Split-Screen-Unterbrechungen sicherlich leben. Auf der andere Seite müssen sich alle zahlenden Kunden jetzt wie die Deppen vorkommen. Stolze 19,99 Euro im Monat kostet das Formel-1-Paket. Das Fußball-Bundesliga-Paket ist da noch nicht einmal enthalten und würde in der Kombi mit Formel 1 und Champions League 34,99 Euro kosten.
Übertragungsrechte ganz einfach zu teuer?
Wohl gemerkt finanziert man damit einen Sender, dessen Betreiber schon einmal Insolvenz anmelden musste, der nie die angepeilte Abonnentenzahl erreicht hat, im vergangenen Herbst sogar kleinlaut zugeben musste, die Zahl um eine Million Kunden gestreckt zu haben. Klar sind Sportereignisse wie Formel 1, Bundesliga und Champions League teuer. Aber wenn selbst 19,99 Euro im Monat dafür nicht reichen, dann kann wohl irgendetwas nicht stimmen. Wirtschaftet der Sender schlecht? Stimmt etwas nicht am Programm? Sind die Deutschen einfach zu misstrauisch, um auf Bezahlfernsehen zu wechseln?
Vielleicht. Aber dass Premiere nun noch mehr Werbung schaltet, bedeutet vor allem eins: ein Stück Ehrlichkeit. Man hat es einfach nicht geschafft, die sündhaft teuren Rechte für Fußball- und Formel-1-Übertragung zu refinanzieren. Wenn das nur für 19,99 Euro im Monat möglich ist, vielleicht ist dann schlicht und ergreifend der Sport zu teuer geworden.




Sportist vermutlich zu teuer. Waren das noch Zeiten, als in der Halbzeit (also jetzt Fußball) tatsächlich 15 Minuten LiveBerichterstattung gesendet wurden.
Zeiten waren das: Schwärm!
Heiko
Ich bin zwar kein Sport (TV) Fan, aber wenn man mal logisch überlegt wäre folgendes am kundenfreundlichsten:
Formel:
Ein Paket für vielleicht 10 Euro im Monat mit richtiger Werbeunterbrechung. Ein anderes Paket vielleicht für 35 Euro komplett ohne Werbung… Wenn es denn schon sonst nicht mehr refinanziert werden kann… So ein Mittelding macht niemanden glücklicht…
Nunja Michael, das Problem an Deiner Idee ist wohl, dass sich der “normale” Formel 1 Fan sicher keine 35€ im Monat leisten kann und mit Werbung kann ich das ganze dann auch bei RTL schauen.
Ich denke das Problem ist einfach, das jedes Jahr bei den Verhandlungen der Verträge auch die öffentlich rechtlichen mitbieren, die natürlich ordentlich Geld vorlegen können.
http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,159239,00.html
Hauptproblem allerdings: Übertragungsrechte für Sport sind zu teuer.
Unitymedia hat schon öfters das komplette Premiere für einen Monat kostenlos als Testmonat zur Verfügung gestellt und so toll war das Programm nicht, dass ich dafür Geld bezahlen würde!