On the Jury: Beichte, vergib oder bestraf Deinen Nächsten!
24. März 2009 - Redaktion
Beichten im Internet erfreuen sich großer Beliebtheit. Dabei geht es nicht nur darum, Sachen zu gestehen, sondern auch – ganz im Sinne des Web 2.0 – die Meinung anderer dazu einzuholen. Ein Spiegel Online Special „Oh Herr, downloade unsere Schuld“ setzt sich damit gerade genauer auseinander. Auch freshzweinull hat schon über Seiten wie BengelEngel.de und grouphug.us berichtet. Für alle Interessenten stellen wir heute noch eine nette Alternative vor: Wer sein Gewissen erleichtern oder mal eben andere verurteilen beziehungsweise begnadigen möchte, hat die Chance dazu bei On The Jury – Judge Thy Neighbor.
Frauen in Gedanken ausziehen geht in Ordnung
Auf der Website kann man gestehen, wenn man etwas falsch gemacht hat. Die Spanne reicht von Geständnissen wie Diebstahl und Dummheit bis hin zu Ketzerei. Die Community darf dann bewerten, ob sie denjenigen für schuldig oder nicht schuldig erklärt. Zum Beispiel bekennt sich ein User schuldig, den ganzen Tag über gedanklich Frauen auszuziehen, obwohl er eine Freundin hat. Das „Verbrechen Mind Cheating“ hat er laut 84 Prozent der Abstimmenden nicht begangen.
Ein anderer erklärt, er habe Materialien von der Arbeit mit nach Hause genommen und bei eBay vertickt. Er sei furchtbar unterbezahlt, wodurch das gerechtfertigt sei. Dieser Ansicht konnte die Jury nicht ganz folgen: Fast zwei Drittel der Abstimmenden befanden ihn für schuldig. Spannend aber, wie groß der Anteil derer ist, die für nicht schuldig stimmten …

Firma will für Spaß sorgen
Um in den einzelnen Fällen zu stöbern und die Abstimmungsergebnisse anzuschauen, muss man nicht angemeldet sein. Eine Registrierung ist aber erforderlich, um einen eigenen Fall einzureichen oder mit abzustimmen. Die Website selbst wird von Altus Technologies betrieben. Die Firma verweist darauf, dass sie voll auf User Generated Content setzt und vor allem ein Ziel damit hat: für Spaß zu sorgen. Der aktivste User „cfsapper“ hat bislang neun Fälle eingereicht und 304 Urteile gefällt, wie sich in der Statistik auf der Startseite ablesen lässt.
Die Seite ist sehr simpel gehalten. So hätten wir es spannend gefunden, nicht nur die reinen Abstimmungsergebnisse zu erfahren, sondern auch ein paar Begründungen. Killerstartups räumt On The Jury trotzdem große Chancen ein: Die Site sei ein unterhaltsame Möglichkeit, einige Stunden zu verbringen und Leuten dabei zu helfen, sich klar zu werden, ob sie etwas falsch gemacht haben oder nicht.




Da fällt mir auch gleich wieder das gute alte Beichthaus ein: http://www.beichthaus.com – alles auf deutsch und sehr krasse Sachen dabei.
Hm, ja, die Seite kennen wir auch. Nur schade, dass das letzte Update von 2007 ist, die Seite ein katastrophales Webdesign hat und man dort nicht für oder gegen jemanden abstimmen kann. Da gefällt uns OnTheJury deutlich besser.
Also mir persönlich gefällt Beichthaus.com auch hundert mal besser. Weiß zwar nicht wie ihr darauf kommt, dass das letzte Update 2007 kam, aber dort wird fast stündlich geupdatet und neue Beichten reingestellt werden.