Muziic: Musik ohne Bild aus YouTube

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht nahe liegt, YouTube ist inzwischen eine der größten Musikbörsen des Internets geworden. Diesen Umstand hat sich der 15-jährige US-Teenager David Nelson zunutze gemacht und gemeinsam mit seinem Vater Mark einen Desktop Media Player entwickelt, der Musik aus YouTube streamt: Muziic.

Zwar ist die Idee hinter dem Desktop-Client nicht wirklich neu, allerdings wartet Muziic mit ein paar interessanten Funktionen auf: So soll er vorhandene Musikdateien im YouTube-Katalog anders als herkömmliche Programme organisieren und damit wesentlich schneller auf Videos zugreifen, als die Suchfunktion des Portals selbst. Muziic unterteilt das Angebot nicht nur in Stilrichtungen, sondern trennt auch die Musik vom Bild und erlaubt die Erstellung eigener Playlisten.

Muziicplayer

Klagen der Musikindustrie nur eine Frage der Zeit?

Inzwischen wird die Nachricht über den Dienst und seinen jugendlichen Entwickler mit professioneller PR-Arbeit wie eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Allerdings fehlt die rechtliche Absicherung: Zwar hat YouTube in den USA bereits zahlreiche Verträge mit Major-Labels geschlossen, aber beispielsweise Warner Music ist noch nicht mit im Boot. Hierzulande gibt es seit 2007 eine Vereinbarung mit der GEMA, die nach wie vor die Einwilligung des jeweiligen Interpreten voraussetzt. YouTube will jetzt überprüfen, ob Muziic rechtlich legal arbeitet.

Für uns der größte Wermutstropfen: Zwar gibt es zahlreiche Skins, um den Client aufzuhübschen. Allerdings wird er zunächst nur für Microsofts Betriebssysteme Windows XP und Vista angeboten. Vielleicht empfehlen sich browserbasierte Webdienste eher, auch wenn diese, wie SeedPoq, bereits Klagen am Hals haben. Rechtlich offenbar noch nicht belangt sind Songza und die von uns getestete YouTube-Playlist. Die Frage ist nur: Wie lange noch?


 
 
 
 

Ein Kommentar zu “Muziic: Musik ohne Bild aus YouTube”

  1. hathead - 10. März 2009 um 10:52

    Der Verbeitung der Musik wird das jedenfalls nicht schaden. Vielleicht sollte Youtube/Google nur mal so zum Spaß auch mal mit Audio-Werbung experimentieren. Monetarisierung 2.0: Kluge entwickler entkoppeln die Musik von den Videos, Youtube verdient Geld daran und entschädigt gleichzeitg die Majors.