Musik-Downloads auf dem Handy füllen Kassen der Musikindustrie. Oder?
31. März 2009 - Redaktion
Die Deutschen geben der Musikindustrie die Chance, mal wieder etwas zu verdienen. Laut Bitkom haben sie 2008 rund sechs Millionen Songs auf ihr Handy geladen und für diese Downloads rund neun Millionen Euro ausgegeben.
Dank schneller Datenübertragung und immer günstigerer Datentarife der Netzbetreiber seien trotz Wirtschaftskrise zwölf Prozent mehr Musikstücke auf Mobiltelefone geladen worden, sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Der Durchschnittspreis der Titel sei im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 1,33 Euro gesunken.
6 Millionen – Ist das eigentlich viel?
Während der Markt für Handy-Downloads ganzer Lieder auch 2009 weiter wachse, entwickele sich der Markt für herkömmliche Klingeltöne rückläufig. Mit 39 Millionen Euro sei er zwar noch mehr als vier Mal so groß wie der Markt für ganze Handy-Songs – doch die Umsätze gingen 2008 abermals um ein Viertel zurück. Insgesamt luden die Deutschen im vergangenen Jahr 16 Millionen Klingeltöne auf ihre Mobiltelefone (2007: 23 Millionen). Darin sind unter anderem auch Freizeichen- und Videoklingeltöne enthalten.
Leider sind das bei Bitkom natürlich nur reine Verkaufszahlen, verschiedene interessante Aspekte werden nicht berücksichtigt. Die Frage, die sich stellt: Sind sechs Millionen heruntergeladene Songs viel? Auf den ersten Blick: ja, im Vergleich zu 16 Millionen Klingeltönen: na ja. Aber bedenkt man, dass 99 Prozent der Haushalte über mindestens ein Handy verfügen und im Durchschnitt ein Haushalt mit Jugendlichen über 3,8 Mobiltelefone, sieht das schon etwas anders aus. 95 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Handy und eine ihrer Lieblingsbeschäftigung ist, MP3-Dateien zu versenden oder besser noch: via Bluetooth zu tauschen.
Kein Allheilmittel für die Musikindustrie
Dank UMTS lassen sich bereits vorhandene Lieder vom Rechner bequem in die Musikbibliothek des Handys übertragen und auch als Klingeltöne einsetzen. Ob sich also Songverkäufe als Klingeltöne zum Allheilmittel der Musikindustrie entwickeln, ist wohl eher unwahrscheinlich. Zumal die Gebühren für einen Handy-Song, die der User bei einem Klingeltonanbieter zahlt, sicher nicht eins zu eins bei der Musikindustrie ankommen.



