Microsofts IE8: Schneller, sicherer – aber nicht wirklich begeisternd
20. März 2009 - Redaktion
Ja, ich gebe es zu. Ich nutze ihn noch: den Internet Explorer. Nicht, weil ich ihn so toll finde. Sonst hätte ich hier nicht noch Firefox und Safari laufen. Aber da es halt immer noch jede Menge IE-Nutzer gibt, müssen wir regelmäßig die Darstellung unserer Webseiten checken. Zwar musste Microsoft Marktanteile an die Konkurrenz abgeben, aber die Führung hat der IE immer noch inne. Laut Net Applications hat der Webbrowser im Februar 2009 einen Marktanteil von 67,44 Prozent. Zum Vergleich: Firefox liegt bei 21,77 Prozent, Safari bei 8,02 Prozent, Chrome bei 1,15 Prozent und Opera bei 0,71 Prozent. Nun erfreut uns Microsoft also mit einer neuen Version 8, und die ist ganz ordentlich, mehr aber auch nicht.
Achim Berg, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, verweist vor allem darauf, dass der IE8 der derzeit schnellste Browser auf dem Markt sei. Bei Ladezeitentests der 25 beliebtesten Websites, durchgeführt von ComScore, benötigten der IE8 und Chrome durchschnittlich je 3,53 Sekunden – Firefox hingegen durchschnittlich 3,82 Sekunden. Andere Tester wie etwa tecchannel.de können das nicht ganz nachvollziehen und zeigen, dass der IE8 deutlich hinter der Konkurrenz zurückbleibt. Er sei zwar schneller als sein Vorgänger, aber gerade bei mehreren geöffneten Tabs werde er zunehmend träge, berichtet Wall Street Journal-Kolumnist Walt Mossberg.
Zusatzdienste sollen Schritte sparen
Was mir nach der etwas zeitaufwändigen Installation besonders auffällt, sind die zusätzlichen Funktionen: zahlreiche Leisten und Feature-Installationsmöglichkeiten. Die sollen die Anwender schneller ans gewünschte Ziel bringen. Über den Addon-Manager lassen sich Erweiterungen und Plugins umsortieren, deaktivieren oder deinstallieren. Markiert man ein Wort oder einen Begriff auf einer Webseite, kann man sich Schnellinfos anzeigen lassen. Dabei wird eine Verknüpfung zu einem Dienst hergestellt, also beispielsweise bei einer Adresse ein Kartografiedienst, der gleich die passende Position im Stadtplan anzeigt.

Über Web Slices lässt sich direkt über die Favoritenleiste etwa bei eBay der veränderte Auktionspreis anzeigen, ohne die Seite erst aufzurufen und zu aktualisieren. Färbt sich das RSS-Feed-Symbol grün, zeigt das an, dass für die Website ein Web Slice verfügbar ist. Bei tecchannel.de funktionierte mein Test-Abo der News, bei eBay und Xing bin ich mit dem direkten Abonnement gescheitert. Das grüne Symbol wollte sich einfach nicht zeigen. Um das zu erreichen, brauche ich wohl noch etwas Bearbeitungszeit.
Der IE8 schlägt auf Basis der besuchten Seiten Homepages vor, die ebenfalls von Interesse sein könnten. Bei freshzweinull wurden keine Alternativen gefunden, wir sind halt doch einmalig ;-). Wenn ich mir solche Vorschläge anschauen will, zeigt sich vor allem immer wieder eines: ein „Wartepfeil“ mit der Information „Wird geladen“, der irgendwie an die alte Sanduhr erinnert.
Weniger ist manchmal mehr
Berg betont zudem die bessere Übersichtlichkeit des IE8. Einige Neuerungen erscheinen aber eher als nervige Extras. So wird in der Adresszeile nicht der vollständige Link schwarz angezeigt, sondern beispielsweise bei http://community.ebay.de/publicentry.htm;jsessionid=C685 nur ebay.de, der rest ist hellgrau. Erst wenn man mit der Maus darauf geht, wird wieder alles schwarz und somit gut sichtbar.
Mehrere von einer Homepage aus geöffnete Tabs markiert der Browser zudem zur besseren Übersicht in der gleichen Farbe. In meinem Test machte der IE8 die Tabs brav grün. Gebe ich in einem der Tabs plötzlich eine ganze andere Seite an, bleibt er allerdings grün, was ja nicht im Sinne des Erfinders war.
Außerdem bietet der IE8 einen Button “Kompatibilitätsansicht”, bei dem für ältere Browser programmierte Webseiten besser dargestellt werden. Klickt man darauf, nutzt der Browser die ältere Engine zum Rendern der Seite. Mit der Abwärtskompatibilität hat Microsoft den Ärger der Konkurrenz auf sich gezogen. Auch sie müssten nun Zeit und Geld darauf verwenden, die Darstellung „alter Seiten“ zu realisieren. Microsoft hätte mit seiner Marktführerschaft die Chance gehabt, die Website-Programmierer zur Aktualisierung zu zwingen, so die Kritik.

Schritt nach vorn bei der Sicherheit
In punkto Sicherheit und Datenschutz hat der IE8 nachgelegt. Laut einer Studie der NSS Labs fängt der neue Browser Web-basierte Malware, die auf Social-Engineering-Tricks setzt, mehr als doppelt so effizient ab wie der schärfste Konkurrent Firefox. Der IE7 belegte bei der Untersuchung hinter Safari, Chrome und Opera den letzten Platz.
Interessant sind vor allem auch die Funktionen InPrivate-Browsing und InPrivate-Filterung, bei denen Anwender beim Surfen durchs Netz angeblich keine Spuren hinterlassen. InPrivate Browsing muss innerhalb der Sitzung gestartet werden, nach Beendigung der Session werden die angefallenen Cookies, temporäre Dateien, Formulardaten und der Verlauf automatisch wieder gelöscht. Bei der InPrivate-Filterung überprüft der IE8 Webseiten, um zu verhindern, dass Anbieter von Website-Inhalten Informationen über die besuchten Sites sammeln. Hier bezieht sich der IE8 auf Webanalysetools (zum Beispiel auch Besucherzähler) oder Analysen zur zielgerichteten Werbung. Welche Kriterien der IE8 genau anwendet, um einen Abruf als blockierbar einzustufen, ist nicht bekannt.
Einen kleinen Rückschlag musste der IE8 aber direkt hinnehmen: Bei einem Live-Hacking auf der Sicherheits-Konferenz CanSecWest ist es einem Informatik-Studenten aus Deutschland kurz vor der Veröffentlichung gelungen, eine Lücke im neuen Internet Explorer 8 auszunutzen, um in ein Notebook einzudringen und die Kontrolle über das System zu übernehmen.
Was ist das Fazit?
Der Internet Explorer 8 ist zwar rein optisch stark an seiner Vorgängerversion angelehnt, bei Schnelligkeit, Sicherheit und verfügbaren Möglichkeiten aber deutlich im Vorteil. tecchannel.de ist der Überzeugung, „mit dem Internet Explorer 8 meldet sich Microsoft im Kampf um die Browser-Vorherrschaft zurück“. ZDF heute lobt, der IE8 „glänzt mit einem durchdachten Bedienkonzept“, in Sachen Geschwindigkeit sollte Microsoft jedoch nachbessern. ZDnet kritisiert die „extrem schwache JavaScript-Performance“.
Bei meinen ersten Schritten im neuen IE8 ist der Browser “nur” zweimal abgestürzt (im Zusammenspiel mit Word). Die neue Funktion der Isolation einzelner Tabs (wie von Chrome bekannt) reichte nicht, es stürzte leider nicht nur ein Tab ab, sondern alles. Den wirklichen Mehrwert konnte ich dem IE8 noch nicht abgewinnen, aber vielleicht entdecke ich den im Laufe der Zeit. Denn aus den eingangs genannten Gründen bleibe ich dem Browser wohl treu – bis er die Marktführerschaft verliert, und das kann noch dauern.




Es wundert aber niemanden wirklich, dass der IE8 mit Sicherheitslücken ausgeliefert wird, oder? Ein neues Microsoft-Produkt ohne Sicherheitslücken wäre keine echtes Microsoft-Produkt…
Erst schimpfen immer alle auf den IE und dann können sie aber die neuste Version nicht früh genug bekommen! Ich werd ihn mir morgen mal in Ruhe anschauen!
Die Darstellung der URL im Adressfeld dient der Sicherheit und schützt vor Phisingversuchen. So kann man schnell erkennen, ob man wirklich auf ebay.de ist oder auf http//ebay.de.gibmirdeinpasswort.com/login.php.
In Chrome ist diese Funktion von Anfang an dabei, bei Firefox kommts in Version 3.5.
@Karsten: es wurde leider nicht erwähnt, dass alle anderen Browser bis auf Chrome auch kurz danach gehackt wurden.
siehe http://lifehacker.com/5177709/chrome-the-only-browser-standing-in-pwn2own-contest
ich nutze de IE viel einfach aus Bequemlichkeit, aber egal. was ich gans besonder blöd finde sind die neuen Vorschlagseiten, die lassen sich weder deinsterllieren oder noch deaktivieren. zu mein problem ich wurde ein mal weiter verlinkt zur einer falschen seite und die zeigt er mich immer wieder als vorschlag an was ich verdammt schei….ße find !!!!