Last.fm wird kostenpflichtig – außer in UK, USA und D

Zumindest wir kommen noch einmal davon: Last.fm hat gestern etwas überraschend verkündet, dass der eigene Musikstreaming-Dienst kostenpflichtig wird. Drei Euro pro Monat werden im Rahmen eines obligatorischen Abo-Modells künftig fällig – außer in den USA, UK und Deutschland. Während der Preis in Ordnung geht, könnte sich diese Ungleichbehandlung für die Briten noch rächen.

Sieben Millionen Titel für drei Euro im Monat

In den drei wohl größten Märkten des beliebten Webradio-Dienstes mit Sitz in London kann Last.fm offenbar genug Einnahmen über Werbung generieren. Überall sonst müssen die User ab dem 30. März fürs Musikhören zahlen. Die übrigen Dienste wie Scrobbling, Charts und Biografien bleiben kostenlos. Last.fm-Hörer, für die der Dienst kostenpflichtig wird, können noch 30 Lieder im Rahmen einer Free Trial umsonst hören.

Mitgründer Richard Jones eröffnet die Maßnahme im offiziellen Last.fm-Blog, ohne sie wirklich zu begründen. Sein Kollege Matt Ogle nannte es gegenüber VentureBeat die konservativste Lösung, um den Dienst in allen Regionen am Laufen zu halten. Laut Jones arbeitet Last.fm mit 280.000 Rechteinhabern zusammen und zahlt viele von ihnen direkt aus. Mehr als sieben Millionen Titel stehen den Last.fm-Hörern zur Verfügung.

Last.fm

Bei ungerechter Behandlung keine Loyalität erwarten

Mit der Monatsgebühr von drei Euro will Last.fm nun wohl einen neuen Weg finden, um die Lizenz- und Personalkosten gegenzufinanzieren. Es wird sich zeigen, ob die Maßnahme nicht eher ein Reinfall wird und die User in Scharen davonlaufen. Aber das glauben wir eigentlich nicht. Zumal der Preis für die große Musikauswahl und unbegrenzte Nutzung des Angebots eigentlich sehr fair ist, und sich bei Nutzern langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass gute Webinhalte Geld kosten.

Womit der Webmusikdienst sich allerdings Feinde machen wird, ist die Ungleichbehandlung zwischen UK/USA/Deutschland und dem Rest der Welt. Viele Nutzer außerhalb der drei Länder werden nicht einsehen, warum sie zahlen sollen, Amerikaner, Briten und Deutsche aber nicht. Solange es noch kostenlose Musik im Netz gibt, darf man mit solchen Maßnahmen keine Loyalität erwarten. Wer sich benachteiligt fühlt, wandert eben zum nächsten Dienst weiter. Hier steht und fällt fast alles mit der (Musik-)Videosuchmaschine YouTube und den zahlreichen Clients, die auf die Videosammlung zugreifen. Erste Anzeichen machen sich allerdings bemerkbar, dass auch dort das Luxusleben langsam vorbei ist.


 
 
 
 

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