Digital ist besser: Unsere Leser leben online und mobil

Man kann es nicht oft genug sagen: Ihr seid die digitale Elite! Und von Euch wollten wir am vergangenen Wochenende wissen, welche Medien Ihr nutzt. Das Internet, klar, aber seid Ihr auch mobil oder nutzt sogar noch die alten “Medienrelikte” Radio, Fernsehen und Print? Wir überspitzen hier bewusst – und das anscheinend nicht zu Unrecht. Denn ein Medium hatten unsere Leser gar nicht mehr auf dem Schirm. Vielleicht haben sie es in der Fülle der spannenderen Alternativen einfach nur vergessen.

Bloggen, um dadurch das Internet kennenzulernen

Wirtschaftswoche-Ressortleiter Sebastian Matthes ist wohl der digitalste unter unseren Lesern: Er verfolgt neben seinem eigenen Magazin auch Twitter und Spiegel Online über den Blackberry und bleibt mit Freunden über Facebook in Kontakt. “Aber: Habe gerade die WiWo und die FAS durchgelesen, der Spiegel und Die Zeit liegen neben dem Sofa und ja, auch ein großer Bücherstapel.”

Kommentator Alex ist Schüler und erwähnt überhaupt nur das Internet: “Ich bin Blogger, im SchülerVZ, bei My Space, habe Skype und MSN. Zugang zum Netz hab ich nur durch meinen Mac.”

“Nur” ist gut. :)

Leser Felyx’ Motivation mit dem Bloggen anzufangen, war, das Internet am besten kennenzulernen, wenn man ein Teil von ihm ist. Twitter, Jabber/ICQ, MySpace und Xing kamen später dazu. Tageszeitungen liest er online, manchmal aber noch gedruckt am Frühstückstisch. Bloggeresk verlegt sich ganz aufs Bloggen, Twittern und Skypen, macht aber einen großen Bogen um StudiVZ, Facebook und Co. Vermutlich aus dem gleichen Grund wie f2.0-Leser Harry: “Diese Social Networking Sachen sind meiner Meinung nach was für Teenager mit Selbstdarstellungstrieb.”

“Tagesthemen” als Berieselung

Hathead, unser Gastautor von letzter Woche, guckt Tagesschau online und liest diverse Tageszeitungen ausschließlich online, Fachmagazine aber schon noch gedruckt. Unser Wochenend-Ehrendauergast bL1zz ist ein echter Medienmensch, der alles Digitale nutzt, sich aber immer noch gerne von Fernsehen und Print berieseln lässt: “Abends lasse ich allerdings gern die Geschehnisse vom Tag mit den Tagesthemen nochmal an mir vorbei ziehen. Und durch Wochenzeitungen (Die Zeit, Wirtschaftswoche) kann ich zu bestimmten Themen auch weitere Hintergründe lesen und “analog” in der Hand halten.”

Andreas Beer nutzt das Internet wie Pizzadienst, Nachrichten und digitale Fernsehzeitung am liebsten als Service, und dazu noch einen Dienst, den man heute wieder gut gebrauchen konnte: “Ich freue mich um so mehr über das Internet. dass man heutzutage schauen kann, in wieviel Minuten der Regen über Bonn hereinbrechen wird, und wann die Lücke zum Einkaufen da ist.” Das Wissen, das im WWW hinterlegt ist, sei erstaunlich: “Der Schlüssel ist jedoch, dass all dieses Wissen von Menschen hineingetragen wurde, und man somit jederzeit auf das WWW komplett verzichten könnte, solange die Menschheit da ist.”

“Kann jemand die Zeit um 10 Jahre zurückdrehen?”

Oder die Menschheit zieht einfach auf andere Plattformen als das WWW um, zum Beispiel in Mobile Widgets aller Art? Man muss es nicht zwingend so radikalisieren wie iStylr über Twitter: “Klassische Medien? Was ist das ;-)”. Sebastian Sauter lebt den kompletten Medienmix und schreibt uns, ebenfalls, über Twitter: “Hallo Fresh. In Kürze: News und Twitter via iPhone, Fernsehen via Zattoo, Freunde via E-Mail, Telefon und in natura.” Wem das alles zu viel wird, der kann zusammen mit Bulldrinker eine neue Bewegung gründen:

“Ich lese Blogs, bin Blogger und benutze Twitter, mit meinen Freunden stehe ich über ICQ und StudiVZ in Kontakt, lediglich das Smartphone fehlt mir noch! Ansonsten voll digitalisiert…eigentlich schrecklich! Kann mal jemand die Zeit 10 Jahre zurückdrehen?”

Und zum Schluss die Auflösung der Anfangsfrage: Das einzige Medium, das unsere Wochenendzwitscherer kein einziges Mal erwähnt haben, ist das Radio. Ist es einfach ein so selbstverständliches Hintergrundmedium geworden, dass man es gar nicht mehr bemerkt, oder benutzt es wirklich niemand mehr?

Vielen Dank wie immer allen Kommentatoren! Die komplette Online-Diskussion findet Ihr hier.

2 Gedanken zu „Digital ist besser: Unsere Leser leben online und mobil“

  1. Jetzt hatte ich doch wirklich vergessen, dass ich das am Wochenende wirklich gesagt habe! Da sieht man mal wieder, dass das Internet doch ein sehr großes Gedächnis ist!

  2. Ups, da habe ich mich wohl ungenau ausgedrückt. Instant Messenger und mySpace kamen peu a peu, Bloggen und Twittern waren dann die letzten Neuerungen. Erst bloggen und dann den andern Kram benutzen, so konfus bin ich dann doch nicht ;-)

    So long, viel Erfolg weiterhin :)

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