Rabattschlacht: Gute Preise, etwas Langeweile, offene Fragen
02. Februar 2009 - Jürgen Vielmeier
Jedes Schwert hat zwei Seiten. Wenn man also über Rabattschlacht.de schreibt, eines der erfolgreichsten neuen Shopping-Portale in Deutschland, dann darf man die Personalie Jens Kunath nicht ausklammern. Einige Blogger werfen dem Internet-Unternehmer Betrug vor. Heute zumindest betreibt Kunath über seine Firma Aha.de das Portal Rabattschlacht. Und wie es die zweite Seite des Schwertes will, ist das Shoppingportal ziemlich clever. Es könnte eBays legitimer Nachfolger werden, denn geschickte Käufer können in der Tat eine Menge sparen – man muss allerdings auch viel Zeit mitbringen.
Verbraucherschützer warnten in der Vergangenheit praktisch vor jedem von Kunaths Geschäften und strengten gegen sein Portal Bonus.net ein Gerichtsverfahren an. Kunath räumt ein, in seiner Vergangenheit Fehler gemacht zu haben, begründet sie mit Unerfahrenheit, weist Betrugsvorwürfe aber von sich. Ist das alles Vergangenheit, gar nicht so passiert, hat Kunath sich zu einem besseren Unternehmer gewandelt? Es ist heute nicht mehr genau nachzuprüfen. Allerdings beschuldigten Blogger Kunath noch im vergangenen Herbst, die Benutzerzahl seines Frauenportals Forher.de mit einem Skript künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Kunath bestreitet auch das. Wer Recht hat, wissen wir nicht.
Kunath will mit Rabattschlacht.de Shopping und Gaming vereinen, kündigte er vergangene Woche auf der Bonner Venture Lounge an, bei der er hinter Make.tv den zweiten Platz belegte. Das Prinzip erinnert ein wenig an eBay – man muss schnell sein und zum richtigen Zeitpunkt kaufen. Anders als bei einer Online-Auktion steigt der Preis bei Rabattschlacht jedoch nicht, sondern fällt, je mehr Menschen an der Schlacht teilnehmen.

Günstige Preise, nur Gewinner?
Der Verkauf eines Produkts beginnt zu einer festen Uhrzeit, in meinem Fall 17.00 Uhr. Der Startpreis ist angegeben, der aktuelle Preis jedoch verdeckt. Wer ihn aufdecken will, muss dafür 80 Cent bezahlen, jede Minute in der “Schlacht” kostet ebenfalls 80 Cent. Der Verkaufspreis sinkt dafür bei jedem Aufdecken und jeder Minute, die ein Teilnehmer den Preis einsieht, um 50 Cent. Kostenlos ist es jedoch, eingeloggt zu sein und den News-Flash am rechten Bildschirmrand zu verfolgen, bei dem die wichtigsten Informationen aufgelistet werden. Wer lange genug wartet, kann also eine Menge sparen. Rabattschlacht verdient durch die Marge von 30 Cent je Minute oder Aufdecken ebenfalls. Und die angeschlossenen Lieferanten – Amazon und Deals.de – kommen auch an ihr Geld. Eine Win-Win-Win-Situation?
Um 17.00 Uhr geht es los. Ich schaue mir die Schlacht um einen blauen iPod Shuffle mit zwei GByte Volumen an. Der Startpreis liegt bei 66,99 Euro – das liegt knapp zwei Euro über dem Verkaufspreis im Apple-Store. Über den Newsflash am rechten Bildschirmrand, der sich ohne Neuladen der Seite aktualisiert und beim Betrachten nichts kostet, kann man die Interessenten verfolgen. Binnen zwei Minuten nehmen gut zehn Leute an der Schlacht teil. Damit müsste der Preis schon um gut fünf Euro gefallen sein. Solange man den Preis nicht aufdeckt, entstehen dem Käufer keine Kosten. Ich warte also noch ab.
Mehrere Geräte verfügbar, aber nach einer Stunde ist Schluss
Nach knapp neun Minuten zeigt sich beim ersten Teilnehmer Nervenschwäche und er schlägt bei 60,67 Euro zu – immerhin vier Euro weniger als der Verkaufspreis im Apple Store. Doch nach dem Kauf kommt die Überraschung: Die Schlacht geht weiter! Die Verfügbarkeit ist von 64 auf 62 Prozent gesunken. Es scheinen also mehrere Geräte angeboten zu werden. Davon ist in der Anleitung allerdings nirgendwo die Rede.

Etwa im Minutentakt fällt der Preis jetzt um weitere 50 Cent, weil weitere Leute teilnehmen. Deckt man den Preis auf, sieht man die Zahl der Teilnehmer und kann mit ihnen chatten. Die Teilnehmer werden aber mit jeder Minute gelassener und verlassen die Schlacht, um abzuwarten und sich eventuell später noch einmal zu beteiligen. Um 17.33 Uhr decke ich den Preis auf: Er fällt jede Sekunde um einige Cent und liegt bei gut 56 Euro. Erst um 17.47 Uhr schlägt wieder jemand zu. Für nur noch 39,95 Euro. Es scheint immer noch einige Geräte zu geben, und der Preis fällt immer weiter. Um 18 Uhr ist allerdings Schluss mit der Schlacht. Weiter geht es erst um 20.00 Uhr, dann wieder bei 66,99 Euro. Die Preise sinken also nicht ins Bodenlose.
Fazit: Die Preise machen Spaß!!! Vor allem, wenn man die Spielregeln einmal kennt und dann weiß, wie man bei einer Schlacht möglichst wenig ausgibt. Ansonsten finde ich Rabattschlacht ein wenig langweiliger als eBay, weil sich eine Schlacht in die Länge zieht. Bei so vielen Gewinnern – Käufer, Plattformbetreiber, angeschlossene Händler – muss es auch Verlierer geben: Es dürften alle übrigen Online-Shops sein, die mit diesen Preisen nicht mithalten können.




Interessant… kann man als potenzieller Käufer denn einsehen, von welchem Händler die Ware kommt? Ich hätte da irgendwie Angst vor chinesischen Fälschungen.
Anscheinend alles Neuware, die auch auf Amazon oder Deals.de angeboten wird. Kommt ja sowieso aus China. ;)
Fällt, steigt, sinkt, endet. Klingt irgendwie nicht nach einem strikten Muster und hat schon jemand tatsächlich zu einem der niedrigsten Preise auch Ware erhalten?
Ich habe bei rabattschlacht in den letzten 8 Wochen etwa 100 Artikel ersteigert, sie teilweise weiter verkauft und im Freundeskreis für Begeisterung gesorgt, indem ich die Artikel zum Selbskostenpreis weitergegeben habe. Wenn man nicht all zu dämlich ist, sind Schnäppchen garantiert. Mein 42-Zoll-TV (von Amazon) kstete mich z.B. statt 629,- bei Amazon (was schon cool ist!) nur 467,-. Dann musste ich zuschlagen. – Im Vergleich zu einigen anderen, ähnlichen Plattformen wie swoopo etc ist hier nur das normale Denkvermögen geforert, um in keine Kostenfalle zu tappen. Ich finds super. Ach ja: Etwa 90% der Artikel wurden von Amazon geschickt (einen Tag später!). Und: Ich kann mich rühmen, einige der aktuellen Tiefstpreise höchstpersönlich erreicht zu haben. Was ich allerdings mit den 3 Canon Cameras mache, die ich geholt habe, weiss ich noch nicht…
Ja sicher. Ronald hat in den letzten 8 Tagen rund 100 Artikel ersteigert. Wenn es nicht sogar 200 waren. Man verliert ja sehr leicht den Überblick und die fünf 78 Zoll TV-Geräte belegen schon etwas viel Platz in der Garage. Aber wenn man sie für 278 Euro das Stück bekommt, muss man einfach zuschlagen. Okay, die 200 Artikel haben rund 30.000 Euro Kapital gebunden, aber hey, ein geiler Typ hat einfach sooo viel Kohle, was sind da 30 Mille?
@blofkap:
Gabs auf Deinem Heimatplaneten zu wenig Sauerstoff, oder was?! Wenn man selbst 5 einfach geschriebene Sätze nicht rafft, bewegen sich die Synapsen offensichtlich in Bereichen, in denen schon lange kein Nachtbus mehr fährt… Obwohl: Ja, ein geiler Typ bin ich schon, da hast Du recht. Und damit ist ja nun offensichtlich auch die mentale Kapazität von blödkopp erschöpft.
Sach doch mal was zu Deinen mutmaßlich exorbitanten Finanzreserven, die Dich pathologischerweise dazu treiben, auf Plattformen, vor deren Betreiber seit Jahren gewarnt wird, Hamsterkäufe zu tätigen? Oder sag nix zu Deinen Finanzreserven, sondern erklär mal, was das soll.
Meine Theorie ist: Das stimmt gar nicht. Du willst bloß Kumpel Kunath die Stange halten.
Übrigens: Mich als blödkopp zu bezeichnen, bringt nix. Blofkap ist als Name schon so blöd, den kann man nicht verhohnepiepeln.
[...] Man zahlt, je nachdem wie tief der Preis fällt, nur noch 190, 150 oder 100 Euro für 200 Euro. Wir hatten das System vor Kurzen in einem längeren Beitrag vorgestellt. Mir fallen so einige Leute ein, die ihren Job kündigen und sich nur noch von Rabattschlacht [...]