Jetzt wird’s eigenartig: Rabattschlacht verramscht Geld
13. Februar 2009 - Jürgen Vielmeier
Heute Morgen warf ich beim Wachwerden einen Blick auf den Newsletter von Rabattschlacht.de, dem Shoppingportal. Bisschen einfallslos, dachte ich. Drucker, Digicams und iPods waren ja neulich noch ganz interessant. Aber was heute früh ab 9 Uhr auf Rabattschlacht verramscht wurde, hatte es in seiner Schlicht- und Einfachheit in sich: Geld! Ob sich daraus nicht ein Geschäft machen ließe?

Rabattschlacht verkaufte heute früh 200 Euro, die man beim Zuschlag wahlweise direkt aufs Konto oder per Paypal überwiesen bekommt. Startpreis: 200 Euro, danach geht es nur noch abwärts. Heißt: Man zahlt, je nachdem wie tief der Preis fällt, nur noch 190, 150 oder 100 Euro für 200 Euro. Wir hatten das System vor Kurzen in einem längeren Beitrag vorgestellt. Mir fallen so einige Leute ein, die ihren Job kündigen und sich nur noch von Rabattschlacht ernähren würden, wenn sie davon wüssten.
Verluste halten sich in Grenzen
Natürlich gibt es bei einer Rabattschlacht nicht nur Gewinner. Aber empfindlich verlieren dürfte auch keiner, der ein bisschen Köpfchen hat: Rabattschlacht selbst nimmt für jeden Teilnehmer, der an einer Schlacht teilnimmt, oder den Preis aufdeckt, 80 Cent ein. Gleichzeitig fällt der Verkaufspreis um 50 Cent. Einnahmen für Rabattschlacht also: 30 Cent. Verlust für jeden Teilnehmer, der an der Schlacht teilnimmt, aber am Ende nicht kauft: mindestens 80 Cent.
Eine Schlacht dauert immer eine Stunde. Das Geld wechselte am Ende der Schlacht für stolze 198,10 Euro den Besitzer. Seine mindestens 80 Cent Einsatz hinzugerechnet, dürfte der Käufer am Ende fast noch draufgezahlt haben. Käufer können die Kosten allerdings minimal halten, indem sie sich einfach nur einloggen und kostenlos den Newsflash verfolgen. Hier kann man kostenlos verfolgen, wer an der Schlacht teilnimmt und den Preis aufdeckt, was den Verkaufspreis jedes Mal um 50 Cent drückt. Jedes Mal, wenn jemand einen der verfügbaren Artikel kauft, wird der aktuelle Preis im Newsflash eingeblendet, und die Verfügbarkeit der vorrätigen Artikel sinkt.
Das System überlisten?
Es gibt eventuell eine Methode, mit der die Käufer den Preis in den Keller treiben könnten und dabei nur minimal investieren müssten: 100 Menschen, die alle einen MP3-Player für 100 Euro kaufen wollen, finden sich über eine Facebook-Gruppe zusammen und verabreden sich zum Kauf um eine bestimmte Uhrzeit. Sobald sie sich eingeloggt haben, decken alle ein einziges Mal den Preis auf. Nachdem alle damit fertig sind, ist der Preis auf 50 Euro gesunken. Jetzt schlagen alle zu und kaufen den MP3-Player zum halben Preis.
Einziger Nachteil dabei: Rabattschlacht verrät vor einer Schlacht nicht, wie viele Geräte verfügbar sind. Das können 100 sein oder auch nur 1. Einzige mögliche Lösung des Problems: Die Menge wartet geduldig ab, bis ein Außenstehender zugeschlagen hat. Danach wird die neue Verfügbarkeit in Prozent angezeigt. Bildet man die Differenz zur Anfangsverfügbarkeit, kann man auf die tatsächliche Stückmenge schließen. In jedem Fall muss nun einer für die Gruppe entscheiden, ob zugeschlagen wird oder nicht. Er sollte also vorher eine Art Gruppenleiter bestimmt werden. Blitzschnell verschickt er über Facebook oder Twitter dann die Info: “Genug Produkte da. Wir kaufen” oder “Es reicht nicht für alle, wir hauen ab.”
Ganz so einfach ist das System aber nicht zu überlisten. Das muss man ihm lassen: Jens Kunath ist ein Fuchs.
Rote Markierungen in den Screenshots stammen von uns.




Ich beobachte diese Geld-Verlosungs-Sache schon seit Anfang der Woche.
Bisher wars ja recht unspektakulär auf Rabattschlacht mit mit den auch von dir angesprochenen Dingen wie Drucker, Games u.ä.
Aber jetzt, da hast du völlig recht, wirds grenzwertig und fängt ungemein an zu stinken.
Somit haben sich die Herren in Hamburg mit einer Aktion im Niveau noch unter Swoopo katapultiert…
“…fängt ungemein an zu stinken.”
Hey Uwe, Ich dachte, Geld stinkt nicht? ;-)