Frech 2.0: Kein Mensch braucht einen Live-Twitter der Oscarnacht

Eine Oscar-Verleihung dauert mit dem Einlaufen der Stars gut vier Stunden. Selbst die Stargäste hassen diese ausgedehnte, ermüdende Zeremonie. In Deutschland hat man’s aber gut und muss sie sich nicht anschauen, weil sie mitten in der Nacht (2 bis 6 Uhr) stattfindet. Wer sich dafür die Tiefschlafphase um die Ohren haut, statt sich am nächsten Abend die Highlights in der Zusammenfassung anzuschauen, der muss schon ein sehr großer Fan sein.

Schön und gut. Wer dann live von der Veranstaltung bloggt oder twittert, dessen Motivation kann eigentlich nur sein, die Zeit totzuschlagen, die diese lange Prozedur nun einmal dauert. Auch verständlich. Aber wer bitte ist so verrückt und liest das mitten in der Nacht? Und wer hat am nächsten Morgen noch etwas von den ellenlangen Protokollen, wenn er die Gewinner in den wichtigsten Kategorien längst im Radio gehört oder hier nachgelesen hat? Kein Mensch.

Live getwittert haben unter anderem Spiegel Online, der Popkulturjunkie und die Filmkritikerin (zusammen mit Journalist & Optimist). Anke Gröner und Dorin Popa haben live gebloggt. Das ist durchaus unterhaltsam geschrieben, und Euren Eifer in allen Ehren, aber sorry Leute: Für die 99 Prozent der Bevölkerung, die nachts schlafen, ist der Nachrichtenwert am nächsten Morgen gleich null. Ich fürchte, Ihr habt Euch die Nacht umsonst um die Ohren geschlagen.


 
 
 
 

9 Kommentare zu “Frech 2.0: Kein Mensch braucht einen Live-Twitter der Oscarnacht”

  1. a6k - 23. Februar 2009 um 11:16

    Ich behaupte: Für 99% aller Menschen die twittern, ist der Nachrichtenwert von SpOn generell gleich null. Die schreiben eh nur ab, und wer twittert liest das was in SpOn steht eh gefühlte 2 Tage früher.

  2. Störungsquelle - 23. Februar 2009 um 11:38

    da stimme ich nicht zu. wenn du sowas behauptest, kannst du gleich twittern überhaupt knicken. es geht schließlich um mikroblogging, um nachrichten, die man den anderen schreiben will oder einfach von sich aus rauslassen will. für einen ist superbowl die feier des tages, für die anderen echo, und ich schaue gerne oscars an. ich fiebere dann mit. und diesmal war die zeremonie echt toll – the musical is back! und wenn Dich sowas nicht interessiert, bedeutet lange nicht, dass es allgemein uninteressant ist. ich habs genossen.

  3. Usul - 23. Februar 2009 um 11:52

    Also ICH habe mir heute früh die Live-Berichterstattung von Frau Gröner komplett und nachträglich durchgelesen (und möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken). Wenn es beim Oscar nur um die Gewinner ginge, könnten wir es auch auf eine Webseite mit einer Tabelle der Gewinner reduzieren. Wird nicht gemacht? Merkwürdig, warum wohl. Aus ähnlichen Gründen bloggen das Leute live mit und aus ähnlichen Gründen lesen es andere dann tatsächlich später noch. Es geht nicht um die Information, es geht um die Verpackung!

  4. Dorin - 23. Februar 2009 um 12:59

    Wieso für umsonst? Wer letztendlich nicht für sich selbst bloggt, twittert, lebet, sondern nru für andere, macht eh was falsch.

    Und in Sachen Live-Twitter war ich auch skeptisch, aber es ist enorm hilfreich, wenn man beispielsweise plötzlich jemand Unbekanntes in der Glotze sieht und via Twitter dann sekundenschnell erfährt, daß es sich um Jennifer Biel handelt.

  5. Thomas - 23. Februar 2009 um 14:11

    Ich stimme dir nur teilweise zu. Der Live-Wert von Tickern ist natürlich gering, wenn man sowieso den Fernseher aufdrehen könnte. Als Nachlese kann es aber durchaus interessant sein, wenn man sich nicht nur für die Ergebnisse interessiert. Für die Leser. Und für den Blogger bringt es schlussendlich Leser.

  6. Filmkritikerin - 23. Februar 2009 um 14:51

    Eins vorweg: Der Journalist und Optimist haben gestern Nacht NICHT LIVE GETWITTERT sondern LIVE GEBLOGGT. Zurück zum Thema: Also ich hatte gestern Nacht beim Bloggen meinen Spaß und denke, dass auch ein paar andere es unterhaltsam fanden, während dessen oder später mitzulesen. Stimme Dorin da völlig zu – das macht man sowieso in erster Linie für sich selbst.

  7. Filmkritikerin - 23. Februar 2009 um 14:52

    Hmm, verschrieben: Ich meinte natürlich “Der Journalist und Optimist und ich haben…” So, erstmal Duschen und wach werde…

  8. Blick Log » Oscar Gewinner und die hohe Qualität von Vorhersagebörsen - 24. Februar 2009 um 07:31

    [...] Frech 2.0: Kein Mensch braucht einen Live-Twitter der Oscarnacht [...]

  9. Michael - 1. März 2009 um 19:56

    Auf den Punkt gebracht, die Aufwendung liegt dem Mehrwert in keiner Weise gleich auf. Sowas wird normal der Liebhaberei beschuldigt ;-)