Fragwürdge Werbung: Lokalisten erhängt Gefangene

Makabre Kampagne: Das Freundenetz “Lokalisten” hat einen handfesten Skandal ausgelöst. Ein Werbebanner des Netzwerks von ProSieben.Sat.1 ist wohl ein wenig über das Ziel hinaus geschossen und hat die Betreiber gegen die Werbeagentur aufgebracht. Das Banner ist aufgebaut wie ein Comic, in dem drei Gefangene zum Schafott geführt werden. Als der Henker zur Tat schreiten will, erkennt er in einem der Gefangenen einen Freund und befreit ihn. Die anderen beiden werden gehenkt. Slogan der Kampagne: “It’s good to have friends”. Gut, überall Freunde zu haben, die einem helfen können, wenn man es am wenigsten erwartet.

Lokalisten Ad

(vollständiges Bild hier)

Betreiber sind “schockiert”

Die Lokalisten-Betreiber SevenOne Intermedia haben sich umgehend von der Kampagne distanziert und die zuständige Werbeagentur DDB Berlin abgemahnt. Anscheinend hat SevenOne DDB freie Hand gelassen und von der Veröffentlichung keine Kenntnis gehabt.

Nicht viel leichter verdaulich sind die anderen beiden Teile der Kampagne: Ein Tropenforscher wird von Kannibalen in den Kochtopf geworfen und entgeht dem Tod, weil sich der Häuptling des Stammes als sein Freund herausstellt. Die dritte Kampagne stellt einen Straßenraub dar. Als der maskierte Räuber im potenziellen Opfer einen Freund erkennt, sieht er vom Raub ab. SevenOne-Unternehmenssprecher Marcus Prosch sagte laut turi2 über die Galgenszene: “Wir sind schockiert.”

Auf der Spitze der Bekanntheit – jetzt geht es abwärts

Es ist wahrlich keine gute Woche für Social Networks: Erst das Mediendesaster um Facebooks heimlich eingeführte und dann widerrufene AGB-Änderung, dann ein morbides Werbespiel von Xing, nun auch noch Lokalisten. Über all das gab es viel Geschrei in den Medien.

Positiv gesagt sind die Netzwerke anscheinend auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit und im Alltag angekommen. Negativ ausgedrückt dürften solche Aktionen dafür sorgen, dass es mit ihnen jetzt wieder bergab geht. Viele Menschen werden sich zweimal überlegen, welche ihrer Daten sie diesen Netzen preisgeben, und ihren Account sogar löschen. Was im Falle von Facebook übrigens gar nicht möglich ist: Der Account lässt sich nur deaktivieren.

5 Gedanken zu „Fragwürdge Werbung: Lokalisten erhängt Gefangene“

  1. Verstehe nicht, wo das Problem ist. Es ist kreativ, natürlich auf eine Art und Weise, die nicht jedem gefällt .. aber das ist normal in der Werbung. Ich für meinen Teil komme mit der Werbung super klar und konnte mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen ;)

  2. Und wenn der Autor ordentlich rechechiert hätte, wüsste er dass die ToS Änderung von Facebook bereits widerrufen wurde. Und Bannerwerbung interessiert heutzutage eh niemanden mehr. Was die Lokalisten-Aktion natürlich nicht geschmackvoller macht.

  3. @Stefan Martens: Na na, also wenn, dann kritisier uns doch wenigstens für etwas, das wir auch wirklich verbockt haben. ;) Lies den vorletzten Absatz nochmal, schau dir dabei vor allem den ersten Link darin an und dann überleg mal genau, ob du dir nicht gerade ein Eigentor geschossen hast…

  4. Hey,

    sorry, hatte das alles aufm Handy gelesen und kommentiert und bin mir ziemlich sicher, dass es da nicht so stand. Aber ich will euch natürlich auch nicht vorwerfen, dass ihr das nachträglich geändert habt ;-) My bad! Sorry :-)

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