Wochenendgezwitscher #1: Nicht ohne mein Betriebssystem!

In diesem Jahr werden die ersten Cloud-Betriebssysteme herauskommen und sicher auch auf dem einen oder anderen Netbook installiert werden. Würde Ihnen so ein Betriebssystem light reichen oder könnten Sie auf ein komplettes Windows, Linux oder Mac OS nicht verzichten? Das war die Frage unseres ersten Wochenendgezwitschers. Wir hatten für die Debatte um Leser-Input via Kommentar oder Twitter gebeten. Ein Leben ganz ohne vollwertiges Betriebssystem kann sich keiner so recht vorstellen, aber vielleicht ist die Lösung näher – und bisher mobiler – als sich manch einer vorstellen kann.

Twitter-Leser NarfZort könnte sich ein leichtes Cloud-System durchaus vorstellen: “Ich bin dabei! Als Netbook-User brauche ich kein Mammut-OS!”. Die einzige Anwendung, die er als Cloud-Lösung noch nicht realisiert sieht, ist iTunes. Dom_Dot möchte erst einmal von Windows zu Mac wechseln, könnte sich ein Cloud-System aber für unterwegs auf dem Netbook vorstellen. Wie viele andere zweifelt f2.0-Leser André daran, dass Cloud-Systeme bereits alle Funktionen eines kompletten Betriebssystems übernehmen können: “Ohne einen guten Dateimanager wird das nichts. Wo soll ich meine Fotos, Videos, Dokumente speichern?” Vor allem dann, wenn es sich um sensible Daten handelt, die besser niemand Unbefugtem in die Hände fallen sollten.

Twitter-User nielskob ist gerade vom Netbook zu einem MacBook Air gewechselt, weil ihm diverse Anwendungen gefehlt haben. Jan Bochnig gibt zu bedenken, dass die Kinderkrankheiten hochakut sind. Aktuell hat zum Beispiel Monster.com mit einem erneuten Verlust von Nutzerdaten zu kämpfen. “Cloud-Betriebssysteme nur, wenn auch lokal gespeichert werden kann”, findet Bochnig.

Handy-Betriebssysteme – der Königsweg?

f2.0-Leser Tom findet Cloud-Funktionen wie automatisches Synchronisieren als Ergänzung sehr wichtig. Aber ohne Betriebssystem – Mac OS X wie Windows – könnte er nicht leben, weil sie zu viele Dinge leisten, “die es in der Wolke nicht gibt und z.T. auch wohl nie geben wird”. Jweck sieht für Cloud-Systeme erst eine Chance, wenn es mit Preboot Execution Environment (PXE) einen netzwerkbasierten Startvorgang des Rechners gibt, der auf ein Betriebssystem verzichtet. “Um ein webOS nutzen zu können, muss derzeit noch ein installiertes OS (Betriebssystem, Anm. d. Red.) samt Browser gestartet werden”. Mit PXE ist das nicht mehr notwendig, aber das ist (noch) Zukunftsmusik.

Eine Kompromisslösung schlägt zu guter Letzt f2.0-Leser E_Manni vor: Cloud-Anwendungen, schnelles Hochfahren und trotzdem die Möglichkeit, Daten lokal zu speichern? All das gibt es doch bereits – in Handy-Betriebssystemen wie dem iPhone OS oder Google Android. “Ideal fände ich sowas wie das iPhone OS mit Apps für ein Netbook”, meint E_Manni. Der erste publik gemachte und erfolgreiche Versuch, Android auf dem Netbook “EeePC” zu installieren, fand bereits viele Fans. Was immer auch in den kommenden Monaten auf den Markt kommen wird, eines dürfte sicher sein: Mammut-Betriebssysteme wie Windows Vista mit immer höheren Hardware-Anforderungen sind ein Auslauf-Modell. Die Zukunft wird schlank.

Vielen Dank an alle für die rege Beteiligung an unserem allerersten Wochenendgezwitscher! Zugegeben: Das war ein sehr theoretisches Thema zum Auftakt. Freuen Sie sich auf ein leichter verdauliches Thema am kommenden Wochenende!

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