Monatsarchiv für Januar 2009

 
 

Höchste Zeit, seine Freunde zu gruppieren

Henry Blodget hat 381 Freunde auf Facebook. Die meisten davon kennt der Chefredakteur des US-Technikblogs “Alley Insider” nicht, er hat sie einfach zu seiner Freundesliste hinzugefügt, als die Anfrage kam. Er ist nämlich auch ein höflicher Mensch. Es ist ja schließlich nett, wenn einen die Menschen mögen, und unhöflich wäre es auch, die Anfragen einfach zu ignorieren. Das führte dazu, dass Blodget die meisten seiner 381 “Freunde” nicht kennt, bei den Neuigkeiten und Statusmeldungen auf Facebook aber trotzdem über all ihre Aktivitäten informiert wird. Aber machen kann man da nichts, man freut sich ja über neue Freunde …

Ein amüsanter Text, den Blodget mit einem Wunsch an Facebook schließt: Es möge doch bitte eine Funktion geben, mit der man seine Freunde in mehrere Gruppen unterteilen kann: Echte Freunde, Arbeitsfreunde und Freunde, deren bedeutungsloses Geschwätz man den ganzen Tag hören will. Schöne Idee, die Facebook – und Twitter! – hoffentlich bald umsetzen.

Wochenendgezwitscher #1: Nicht ohne mein Betriebssystem!

In diesem Jahr werden die ersten Cloud-Betriebssysteme herauskommen und sicher auch auf dem einen oder anderen Netbook installiert werden. Würde Ihnen so ein Betriebssystem light reichen oder könnten Sie auf ein komplettes Windows, Linux oder Mac OS nicht verzichten? Das war die Frage unseres ersten Wochenendgezwitschers. Wir hatten für die Debatte um Leser-Input via Kommentar oder Twitter gebeten. Ein Leben ganz ohne vollwertiges Betriebssystem kann sich keiner so recht vorstellen, aber vielleicht ist die Lösung näher – und bisher mobiler – als sich manch einer vorstellen kann.
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Nigeria-Connection hackt Facebook-Accounts und gibt sich als Freund aus

Das ist schon weit beunruhigender als bisher gewohnt: Die Nigeria-Connection, seit den 90er Jahren bekannt für E-Mail-Scams, hackt sich in die Benutzerkonten ganz normaler Facebook-Mitglieder. Als Freund getarnt, meldet sie sich im Chat bei alten Bekannten und versucht, sie mit einer Masche, um Geld zu betrügen. Das geht aus einem interessanten Chat-Protokoll auf Facebook hervor, das vom US-Branchenblog Alley Insider veröffentlicht wurde. Evan, ein Bekannter der Redaktion, wurde auf Facebook von seinem alten Highschool-Freund “Calvin” angechattet. Calvin behauptete, gerade in London und dort von einer Gang ausgeraubt worden zu sein. Jetzt brauche er 900 US-Dollar, um das Rückflugticket und Hotelrechnungen zu bezahlen.
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2.0: Freedom – Freiheit vom Internet

So um die Jahrtausendwende fanden es Werber schick, dass alles nur einen Mausklick entfernt war. Die nächste Urlaubsreise, die neue Freundin, das Geheimwissen der Frauen. Alles immer verfügbar. Sollte ein Versprechen sein, führt aber bekanntlich zu reichlich neurotischem Verhalten.

Dass dieses Internet Sie, lieber Leser, außerdem von der Arbeit abhält, davon brauche ich ja wohl gar nicht erst anzufangen.

Aber zumindest für Mac-User gibt es jetzt ein Stückchen Freiheit zurück. Ähnlich wie der Alki in lichten Momenten seine Schnapsvorräte vor sich selbst versteckt, können Sie jetzt prophylaktisch Ihrem Rechner verbieten, irgendwelches Internetzeugs zu machen. Einfach das hier installieren, eingeben, wie lange die Freiheit dauern soll, und Sie haben garantiert Ruhe vor E-Mails, RSS-Feeds, Skype und Facebook.

Super Idee!

Wochenendgezwitscher: Cloud-Systeme statt Windows?

Es wird das Jahr der Betriebssysteme – und es ist eine Frage, die hierzulande stets mehr Kontroversen auslöst als die Frage nach der Religion: Welches Betriebssystem ist für Sie das richtige? Microsoft steht mit “Windows 7″ in den Startlöchern, Apple will im Sommer die neue OS-X-Version “Snow Leopard” auf den Markt bringen, die Linux-Gemeinde erhofft sich mit Ubuntu 9.04 einen neuen Schub. Aber der Fokus auf die großen Monstersysteme greift zu kurz, denn in Kürze werden die ersten Cloud-Systeme marktreif, Browser-Betriebssysteme werden kommen: gOS, eyeOS, Splashtop, Jolicloud, Glide, g.ho.st, Android auf Netbooks, Microsofts Azure, vielleicht sogar ein Google Betriebssystem …

Können Sie sich vorstellen, zugunsten eines “schlanken” Cloud-Systems auf eines der “großen” zu verzichten? Was erwarten Sie für 2009, wie stellen Sie sich Ihr perfektes Betriebssystem vor? Machen Sie mit bei unserem ersten Wochenendgezwitscher, und sagen Sie uns Ihre Meinung! Hier als Kommentar oder bei Twitter.

1 Mrd Internetnutzer weltweit, Deutschland überholt UK

Ein paar gute Nachrichten zum Wochenende: Weltweit haben inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen (älter als 14 Jahre) Zugang zum Internet, meldet ComScore. Das Internet wächst damit schneller als die Weltbevölkerung, die Anfang des Jahres bei 6,75 Milliarden angelangt war. China ist mit fast 180 Millionen Menschen im Netz wenig überraschend der Spitzenreiter, die USA liegen mit 163 Millionen aber nicht weit dahinter. Deutschland belegt in der Statistik hinter Japan einen stolzen vierten Platz mit 37 Millionen Internetnutzern und befindet sich damit endlich einmal vor Großbritannien und Nordirland (UK) mit 36,7 Millionen. Ebenfalls wenig verwunderlich: Websites aus Googles Angebot sind mit 776 Millionen Besuchern die meist besuchten der Welt. Es folgen Microsoft, Yahoo und in etwa gleichauf AOL und der erste Nicht-Konzern in der Rangliste: Wikipedia-Betreiber Wikimedia. Comscore rechnet übrigens damit, dass die zweite Milliarde der Internetnutzer weit schneller erreicht sein wird als die erste, und die dritte dann nur noch ein Klacks wird. Irgendwie so war das mit der Weltbevölkerung ja auch …

Angespielt: Das Pennergame – woher kommt der Hype?

Das Pennergame ist zu einem echten Hit geworden: Die Website zum Spiel hat nach Angaben der Betreiber Marius Follert und Niels Wildung 1,5 Millionen Besucher am Tag. Das läuft so gut, dass die beiden jetzt über eine Internationalisierung nachdenken und von ihrem Investor ICS Inter­net Consumer Services eine weitere Kapitalspritze erhalten haben. So viel Erfolg und Geschäftstätigkeit sei ihnen gegönnt. Aber hält das Spiel, was der Erfolg verspricht? Unser Spieletester Rob Bubble kann den Hype nicht ganz nachvollziehen: Sound gibt es nicht, mit Grafik ist nicht viel – und mit Spielspaß leider auch nicht.
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Tripwolf: Noch mehr Geld für noch eine Reisecommunity

Fair bleiben: Man muss sich auch mal für Start-ups aus deutschsprachigen Landen freuen dürfen, statt immer nur das Negative in ihnen zu sehen: Die österreichische Reisecommunity Tripwolf hat eine Finanzspritze über 2,5 Millionen US-Dollar erhalten, von Dieter von Holtzbrinck und der MairDumont-Gruppe. Tripwolf versteht seine Inhalte als Mischung aus professionellen Reiseführern der Marco-Polo-Reihe und Reiseberichten der User. Wir hoffen, dass Tripwolf einen beachtlichen Teil des Geldes in neues Webdesign, Geotagging und Alleinstellung investiert – und in einen Ersatz für die hässliche Google-Weltkarte.
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Magersucht-verherrlichendes Blog indiziert und gelöscht

Zensur für die Jugend: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat erstmals ein Blog auf den Index gesetzt. Dabei handelt es sich um ein Blog der so genannten Pro-Ana-Bewegung, das aus Sicht der Prüfstelle Anorexie und Magersucht verherrlicht. Die Webadresse ist freshzweinull bekannt; nennen möchten wir sie hier nicht. Sie befand sich im Angebot von Blogspot/Blogger und wurde von den Betreibern allem Anschein nach entfernt.
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Angeblich erstes Emoticon in Rede von Abraham Lincoln

Schöne Anekdote: Ein Schriftsetzer der “New York Times” soll 1862 das Emoticon ;) erfunden haben. Beim Satz für den Druck einer Rede des damaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln baute der unbekannte Visionär am Ende einer eingeklammerten Parenthese ein mysteriöses Semikolon ein. Aus heutiger Sicht fällt die Kombination aus Semikolon und geschlossener Klammer sofort als zwinkerndes Smiley auf.
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