Obamas Antrittsrede: Medienspektakel ohne Gleichen
19. Januar 2009 - Jürgen Vielmeier
Morgen noch nichts vor? Wenn nein, könnten Sie sich die Amtseinführung von Barack Obama im Fernsehen anschauen – denn obwohl wir erst Januar haben, scheint es schon jetzt das Medienereignis des Jahres zu werden. Nach seinem Amtseid gegen 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr unserer Zeit), wird er seine Antrittsrede halten. n-tv sendet live, wenn auch wohl kaum so lange wie NBC mit geschlagenen 21 (!) Stunden inklusive Rahmenprogramm. Vor Ort erwartet werden mindestens 1,5 Millionen Besucher, mehr als 1.000 Fernsehjournalisten haben sich angekündigt. Hulu wird auch von George W. Bushs Abschiedsrede einen Livestream senden, Ustream die Einführungsrede von Obama auf das iPhone streamen. CNN blendet während der Live-Übertragung Statusänderungen von Facebook-Nutzern auf der Mattscheibe ein, Fox kontert das mit einer Live-Diskussion auf seiner Facebook-Seite. Der Online-Videodienst C-Span lässt seine Besuchern aus gleich vier verschiedenen Kameraperspektiven wählen. Weitere Livestreams sind unter anderem im Webangebot der New York Times und USAToday.com zu sehen. CNN experimentiert darüber hinaus mal wieder mit dem 3D-Fernsehen: Besucher der Antrittsrede sollen ihre eigenen Videos aufnehmen und einschicken, woraus der Fernsehsender mithilfe von Microsofts Photosynth-Technologie ein 3D-Computermodell für die Nachwelt erstellt. Das alles klingt nach einem noch weit größeren Medienzirkus als am Tag der Präsidentschaftswahl im November. Die spinnen, die Amis. Ist eben doch eine andere Kultur, auf der anderen Seite vom Großen Teich.
computerwoche.de, techcrunch.com (Übersicht 1), gigaom.com (Übersicht 2), pressetext.at (CNN/3D)




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