2.0: Userfly – Der schnelle Weg zum Usability-Test
21. Januar 2009 - Mathias Röckel
Ein kleines bisschen Ironie steckt schon dahinter: Da wirbt ein Anbieter damit, schnell und unkompliziert Usability-Tests zu ermöglichen – und entwickelt zu diesem Zweck eine Internetpräsenz, die es zunächst schafft, mit ihren gerade einmal sechs oder sieben Links einigermaßen Verwirrung bei der Navigation zu stiften. Und obendrein bringt der aufgeschlossene Besucher nicht einmal die einzige Funktion zum Laufen, die hier beworben wird. * Schade. Denn die Idee ist gut.
Userfly zeichnet alles auf, was ein Besucher einer Internetseite dort so anstellt – Text eingeben, das Fenster vergrößern, Häkchen setzen, mit dem Mauszeiger ratlos über den Bildschirm wandern – und macht ein Video draus. Dieses Video sollte es dem Entwickler ermöglichen, die eigene Seite so umzubauen, dass der Besucher schnell und problemlos das zu tun imstande ist, was er tun will oder soll. Wie gesagt, gute Idee, nur leider gab es bei unserem Test kein Video zum Ansehen.
Gegen das Webrauschen: Der stille Videocast
Zur Ehrenrettung sei gesagt, die Seite befindet sich im Betastadium, freiwillige Tester sind willkommen, und vielleicht klappt das alles ja in ein paar Wochen schon viel besser. Wir werden darauf zurückkommen und dann gegebenenfalls eine neue Testreihe starten, die gerne auch über den eigentlichen Zweck der Videoaufzeichnung – Usability-Test – hinausgeht.
Schon seit geraumer Zeit nämlich erreichen uns Beschwerden, die mit der zunehmenden Interaktivität des Internets zu tun haben. Ständig muss überlegt werden, welche Seiten besucht werden könnten, URLs wollen eingetippt und Links müssen angeklickt werden. Ja, sogar selbst Content fabrizieren sollen sie. Das nervt die User. Und wir hätten da eine Idee, wie wir dieses Internet mit Unterstützung von UserFly in ein anspruchsloses Berieselungsmedium verwandeln könnten …
* Anmerkung der Chefredaktion: Da haben wir unseren Redakteur Mathias Röckel versehentlich auf eine Mission Impossible geschickt: Er hatte keine Admin-Rechte, um das Userfly-Script-Tag im Header unserer Website einzubauen, was zum Testen notwendig ist. Hat man das nämlich einmal geschafft, zeichnet das Tool wirklich zuverlässig Besucheraktionen auf. Allerdings stieg die Ladezeit auf freshzweinull während der Testphase beträchtlich an, während die Besucherzahl rapide sank. Womöglich ein Anzeichen dafür, dass Userfly doch noch nicht ganz reibungslos funktioniert.
Wir haben das Tool jedenfalls inzwischen deaktiviert, damit Sie unsere Seite wieder besuchen können (und sich nicht mehr so beobachtet vorkommen). Recht hat Mathias auf jeden Fall damit, was die Benutzerführung von Userfly angeht: Das geht noch deutlich übersichtlicher und anwenderfreundlicher. Ein weiterer Nachteil: Bei halbwegs normalen Besuchszahlen wird die Nutzung von Userfly kostenpflichtig. Dennoch: Ein sehr interessantes Tool, das dabei helfen kann, die Usability von Websites entscheidend zu verbessern. Wir freuen uns auf die Version 1.0!



