Ciao 2008, hi 2009: Die Jahresrückblickprognose
17. Dezember 2008 - Jürgen Vielmeier
Ein spannendes Jahr voller Netbooks, Smartphones, Google-Browsern, US-Präsidenten und iPhone Apps geht zu Ende. Das freshzweinull-Team fasst noch einmal die wichtigen Ereignisse seit unserem Start im Juni 2008 zusammen – und zeigt Ihnen, wie es 2009 weiter gehen könnte.
Juni: freshzweinull startet mitten im Kleinklapprechnerkult.
Freshzweinull geht in die Beta-Phase. Der erste Beitrag greift den Trend Kleinklapprechnerkult (Netbooks) auf. Passend dazu: Ein Mini-Betriebssystem, mit dem man ohne Hochfahren direkt ins Internet kann. Mozilla bietet Firefox 3 zum Download an und Facebook überholt MySpace.
Unsere Prognose: Der Kleinklapprechnerkult ist noch lange nicht vorbei. Für 2009 werden immer bessere Geräte erwartet, die zunehmend mit UMTS- und HSDPA-Chips ausgestattet werden. Die (mittlerweile gar nicht mehr so) preiswerten Geräte könnten der IT-Industrie über das Krisenjahr 2009 hinweghelfen.
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Juli: Apples App-Store schlägt voll ein, StudiVZ bekommt Probleme.
Google erhält eine “cuile” Konkurrenz, die wie eine heiße Riesenkartoffel erst in den Himmel gehoben und kurz darauf vor Schmerz fallen gelassen wird. Der “Spiegel” beleidigt Blogger, und die Blogger beleidigen zurück, Facebook verklagt StudiVZ, Firefox 3 stellt einen Download-Rekord auf und Apples iPhone 3G startet mit einem App Store - und Aktivierungsproblemen.
Unsere Prognose: Genug Diskussionsstoff bieten wohl auch im kommenden Jahr vor allem Facebook und StudiVZ. Das letzt genannte Freundenetz hat erst in dieser Woche das Ende seiner Auslandsaktivitäten und den Abgang zweier Gründer verkündet. Eine Übernahme durch Facebook wird wahrscheinlich, doch auch der Freundenetz-Star bekommt zunehmend finanzielle Probleme. Womöglich wird auch Facebook übernommen, vielleicht von Google oder Yahoo? Ach nein, die haben ja auch kein Geld mehr …
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August: “Spiegel” ärgert Blogger, RottenNeighbor.com sorgt kurz für Aufregung.
Ein munterer Spätsommer mit einem twitternden SPD-Generalsekretär, plötzlich nicht mehr erreichbaren, verwahrlosten Nachbarn, einem illegalen Beamer-Handy, dem Ende großer Software-Suites, der Rückkehr zu den Grunzlauten und einer Krimi-Komödie namens “Das Google-Handy”.
Unsere Prognose: Bloggen wird im kommenden Jahr wohl weiter an Stellenwert verlieren. Den Hype haben derzeit die besser vernetzten Twitter und Freunde-Aggregatoren wie FriendFeed gepachtet. Die große Zeit der Freundenetze wie Facebook und StudiVZ dürfte dann endgültig vorbei sein. Schon jetzt haben sie massiv an Zuspruch verloren, und neue Zusatzfunktionen lassen sich kaum noch einfügen.
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September: Ein Google-Browser, Bill Gates & Jerry Seinfeld.
Ach, wäre doch in jedem Monat so viel los, wie in diesem September! Die (IT-)Welt wäre sicherlich eine bessere. Es war wirklich für jeden was dabei: Ein Browser und ein Handy-Betriebssystem von Google, zwei Werbespots mit Bill Gates und Jerry Seinfeld, die IFA, ein Medienfiasko für Electronic Arts, ein Freundenetz, das auf Betriebssystem macht, eine schwule Suchmaschine und alleine acht Meldungen darüber, wie Musiksammlungen sich immer mehr aufs Handy und ins Web verlagern.
Unsere Prognose: Vor allem von Googles Handy-Betriebssystem werden wir 2009 sicher noch einiges hören, weil es auf immer mehr Smartphones verschiedener Hersteller eingesetzt wird. Und vielleicht werden wir sogar ein Browser-Betriebssystem für PCs von Google bekommen. Seien wir gespannt!
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Oktober: Betriebssysteme allerorten.
Alles, nur nicht Vista: Microsoft kündigt erstmals das kommende Betriebssystem “Windows 7″ an und verlängert gleichzeitig die Lebenszeit des immer noch beliebten “Windows XP”. Windows 7 soll um die Jahreswende 2009/10 erscheinen und schlanker werden als Vista.
Unsere Prognose: Damit kündigt sich an, dass 2009 das Jahr der Betriebssysteme werden wird. Apples schlankeres Mac OS 10.6 (“Snow Leopard”) soll bereits Anfang des Jahres erscheinen, von Linux-Versionen wie Ubuntu erscheinen ohnehin laufend neue Versionen, und die Gerüchte mehren sich, dass Google ein Betriebssystem auf den Markt bringt, das nur im Browser läuft. Auf Mobiltelefonen, wo unter anderem Android, Symbian, Windows Mobile, iPhone OS und das kürzlich angekündigte Palm Nova konkurrieren, hat sich ein Nebenkampfschauplatz eröffnet. Wird spannend sein zu sehen, ob alle davon das Jahr 2009 überleben werden.
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November: YouTube-Wahlkampf und Krisen-Medium Twitter.
Im November bestimmte die Politik auch das Netzgeschehen: Die ganze Welt feiert die Wahl des “Internet-Präsidenten” Barack Obama, hofiert von YouTube-Videos im Wahlkampf und begleitet von Twitter-Kommentaren im Sekundentakt am Abend der Wahl. Um Twitter ranken sich auch Ende des Monats wieder die Debatten aus einem weit traurigeren Anlass: Terroristen töten im indischen Mumbai mehr als hundert Menschen, und Twitter erreicht traurige Berühmtheit als das schnellste Massenmedium der Welt.
Unsere Prognose: Der Microblog-Dienst ist auch derzeit wieder in aller Munde, weil er im kommenden Jahr endlich ein Geschäftsmodell vorlegen will – und der Voraussicht nach von einem der Schwergewichte wie Google, Yahoo oder sogar Facebook aufgekauft wird. Was den YouTube-Wahlkampf angeht: Der wird anlässlich der Bundestagswahl 2009 in kleinerem Rahmen sicher auch in Deutschland stattfinden. Fragt sich, wer die neuen Medien am besten zu nutzen weiß. Vielleicht steigt der Grüne Cem Özdemir ja sogar zum “deutschen Obama” empor. Das wäre doch mal was …
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Dezember: Album-Cover auf dem Index.
Ein großkalibriges Top-Thema gibt es im Dezember bislang nicht. Interessant aber: Ein 32 Jahre altes Album-Cover der in Deutschland kaum geliebten “Scorpions” landet im Visier der Kinderschützer. Ein Zeichen für die Zukunft: Es scheint plötzlich Mittel gegen Kinderpornografie im Netz zu geben. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will dagegen vorgehen, auch Australien will aus dem gleichen Grund einen Filter einführen. Und doch sind solche Versuche mit Skepsis zu betrachten, beeinträchtigen mögliche Filter doch die Persönliche Freiheit. Thailand will zum Beispiel einen Filter einführen, um Majestätsbeleidigung zu verhindern.
Unsere Prognose: Ein Thema, von dem wir – leider – im kommenden Jahr sicher noch einiges mehr hören werden.
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Wir hoffen, Ihnen hat das halbe Jahr mit uns gefallen. Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und hoffen, Sie auch im nächsten Jahr wieder als Leser hier zu begrüßen!
Ihre freshzweinull-Redaktion



