G-mail-Betreiber mahnt Apple und T-Mobile ab
16. Dezember 2008 - Jürgen Vielmeier
Und schreibt Euch das gefälligst hinter die Ohren! Googles Maildienst heißt in Deutschland “GoogleMail” und nicht “Googlemail”. Und wenn Ihr Euch nicht daran haltet und “Googlemail” schreibt, dann lassen wir unsere Anwälte von der Kette.
Das scheint das Motto von Daniel Giersch zu sein, dem Betreiber der Seite Googlemail.de und Inhaber der Namensrechte von “Googlemail”. Diesen Sommer bekamen T-Mobile, MySpace und Apple jedenfalls Post von seinen Anwälten. Jüngstes Opfer: Der iPhone-Importeur 3Gstore. Der Grund war in allen Fällen der gleiche: Die betroffenen Unternehmen hatten den schweren Fehler begangen, im Web, in Werbebotschaften oder auf dem iPhone Googles Googlemail-Logo zu verwenden oder Googles Maildienst “Googlemail” zu nennen.
Wer einmal die Seite Googlemail.de besucht, wird feststellen, dass Gierschs dort angebotener Maildienst nichts mit Googles Maildienst zu tun hat. Giersch war in Deutschland einfach früher dran als Google und gewann deswegen einen langen Rechtsstreit um die Domain und den Markennamen von Googlemail. Google musste seinen Maildienst hierzulande daraufhin in “GoogleMail” umbenennen. Dieser Sieg gegen den großen Weltkonzern brachte Giersch ein wenig Respekt ein.
Arg kleinkariert klingt aber jetzt das, was die von Giersch beauftragte Kanzlei bei den genannten Unternehmen bemäkelte. Im Falle von Apple und T-Mobile stand Googles Googlemail-Symbol sowohl in einem Untermenü des iPhone, als auch die Bezeichnung “Googlemail” in der Gebrauchsanweisung. Streitwert: 250.000 Euro. Apple und T-Mobile ließen es nicht darauf ankommen, sondern änderten Softwarekonfiguration und Gebrauchsanweisung stillschweigend ab. Von 3Gstore verlangte Giersch gar einen Verkaufsstopp; die Abmahnung enthielt einen Streitwert von 150.000 Euro. Auch 3Gstore ging nicht darauf ein und ersetzte das Googlemail-Logo der importierten iPhones durch GoogleMail.
MySpace, T-Mobile und Apple haben offenbar nichts über die juristischen Streitigkeiten kommuniziert, was 3Gstore-Betreiber Kristof Loll “unfassbar” findet. Googlemail-Betreiber Giersch handelt mit seinen Abmahnungen vermutlich rechtens, sympathisch macht er sich damit aber nicht. Man wird das Gefühl nicht los, als versuche da jemand, die Unaufmerksamkeit anderer auszunutzen, um sich selbst zu bereichern. Wir wollen das nicht unterstützen und verzichten deswegen darauf, auf seinen Maildienst zu verlinken.




ich sag nur gooogle.de :P