Bertelsmann stampft Lycos Europe ein

Totgesagte leben nicht ewig: Bertelsmann dreht seiner Internet-Tochter Lycos Europe den Geldhahn zu. Nach einer wochenlangen, strategischen Prüfung über die Zukunft des Unternehmens fand das Lycos-Management nun heraus, dass man gar keine Zukunft hat: Die Geschäftsbereiche Domain, Shopping und die dänischen Portalaktivitäten sollen verkauft werden. Diese drei Bereiche hatten noch zu zwei Dritteln zum Umsatz beigetragen. Das Internetportal und das Webhosting sollen eingestellt, 500 der 700 Mitarbeiter entlassen werden. Mit anderen Worten: Dem seit Jahren vor sich hin siechenden Lycos wird der Gnadenschuss verpasst.

Ein konsequenter Schritt, denn seit fast zehn Jahren bleibt die Suchmaschine Lycos gegen Google zweiter Sieger. Wesentliche Innovationen, außer dem Frage-Antwort-Service “Lycos IQ”, gab es in den letzten Jahren nicht. An das letzte Mal, wann wir bei Lycos etwas gesucht haben, konnte sich keiner im freshzweinull-Team erinnern. Dass Lycos.de offenbar seit Jahren eine Nachrichten-Seite ist, müssen wir irgendwie verpasst haben (sorry). Und doch geht mit Lycos ein Stück Webgeschichte verloren. Wir sagen deswegen mit einer kleinen Träne im Auge: Auf Wiedersehen.

deutsche-startups.de, computerwoche.de


 
 
 
 

2 Kommentare zu “Bertelsmann stampft Lycos Europe ein”

  1. Heiko Seifert - 26. November 2008 um 19:11

    Ehrlichgesagt war Lycos nicht nur zweiter Sieger hinter Google sondern auch großer Verlierer bei allem was dahinter kam. Schade, denn Fireball nutzete ich früher gerne

  2. Abgeschaltet? Von wegen: Lycos macht auf Google | freshzweinull +++ - 16. Februar 2009 um 10:59

    [...] nicht gleich so: Lycos Europe hat sein Portalgeschäft gestern, wie angekündigt, eingestellt. Wer jetzt aber glaubt, Lycos.de wäre damit abgeschaltet, der irrt – und wird positiv [...]

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