Linux schafft mal wieder den Durchbruch, diesmal auf Mini-Rechnern

ABI Research meldet, dass mobiles Linux als Betriebssystem auf Mobile Internet Devices (MIDs) dominieren wird. Damit sind Smartphones, Netbooks und ähnliche Geräte gemeint, die eine Größe zwischen Handy und Laptop haben und einen mobilen Internetzugang bieten. Linux müsse nicht aufholen, sondern könne vom Start weg mit seinen Vorteilen punkten, meint ABI.

Ach ja? Wo aber sind die MIDs, die heute schon mit Linux arbeiten? Auf Smartphones dominieren Symbian, Windows Mobile und Apple. Ein Gerät mit Linux ist weit und breit nicht in Sicht, und Google kommt mit Android nicht aus dem Hobbykeller heraus. Auf Netbooks ist der erfreuliche Linux-Boom zu Beginn schon wieder vorbei. Die Hersteller setzen inzwischen ausnahmslos Windows XP als Betriebssystem ein; nur wenige Modelle gibt es alternativ mit Linux, das selten an das Gerät angepasst ist.

Es klingt wie jede Meldung aus den vergangenen Jahren, in der Linux auf Desktop-PCs mal wieder kurz vor dem Durchbruch stand. Tatsächlich hat das quelloffene Betriebssystem die 1-Prozent-Hürde nie genommen. Laut NetApplications hat sich der Marktanteil von Linux auf PCs und Laptops im Juli deutlich erhöht und erreicht nun sagenumwobene 0,82 Prozent Marktanteil. Windows XP und Vista bringen es zusammen auf 91,02 Prozent – Tendenz steigend. Ob Linux einfach noch nicht so weit ist und anderen Systemen in der Anwenderfreundlichkeit noch immer hinterher hinkt – wir werden uns nicht den Ärger einhandeln, das zu beurteilen. Nur zur Räson möchten wir aufrufen: Bei Linux-Studien sollte man besonders vorsichtig sein.

pressetext.at, abiresearch.com (Studie), zdnet.de (Marktanteile)