100-Dollar-Laptop vor dem Aus?
31. Juli 2008 - Redaktion
Der 100-Dollar-Laptop wird zu diesem Preis frühestens in drei Jahren angeboten werden können, erwartet Gartner. Die Margen der Hersteller und der gegenwärtige Run auf deutlich teurere Netbooks wie den EeePC machen einen Preisverfall auf 100 Dollar zurzeit noch nicht möglich. Klingt ein bisschen so, als wäre das Projekt damit gescheitert. Ursprünglich ging es der Initiative One Laptop per Child (OLPC) darum, Drittwelt- und Schwellenländern eine finanzierbare Möglichkeit zu geben, um die Bildungschancen des Nachwuchses zu erhöhen. Vielleicht sogar so weit, dass Kinder aus ärmeren Ländern die digitalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts irgendwann einmal meistern können und ihre Länder gegenüber den reicheren Staaten aufholen.
Und jetzt? Jetzt soll es wieder von Margen der Hersteller abhängen, die die Komponenten und die Software realisieren. Als wäre das in drei Jahren anders! In drei Jahren aber weiß niemand, ob Laptops überhaupt noch der größte Schrei sein werden. Der Trend geht unweigerlich hin zu kleineren Smartphones wie den Blackberry oder zu mobilen Internetgeräten wie dem iPhone. Den Kindern der Welt in drei Jahren erst Laptops um die Ohren zu werfen, könnte dann fast schon zu spät kommen. Und welche der am Projekt beteiligten Firmen will noch bis 2011 auf den Verkauf warten? Die Idee des 100-Dollar-Laptops dürfte damit gescheitert sein. Ziel sollte es nun sein, sich Alternativen zu überlegen oder einen höheren Preis festzusetzen. Preisgünstige Netbooks gibt es bereits heute, nur eben (fast) nicht für weniger als 200 oder gar 100 Dollar.



